Donnerstag 26. April 2012
Die NGG bewertet den CDU-Vorschlag:
„Unionsvorschlag zum Mindestlohn ist beliebig und unausgegoren
Die am 25. April veröffentlichten Ergebnisse der Arbeitsgruppe der CDU/CSU-Fraktion zu einer ‚allgemein verbindlichen Lohnuntergrenze‘hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), als unzureichend kritisiert und einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro gefordert.
Viel Zeit sei seit dem CDU-Parteitag im November 2011 verloren, um den von Hungerlöhnen Betroffenen zu helfen. ‚Nun kreißte der Berg und gebar eine Maus‘, so Möllenberg. Eine Kommission aus Arbeitgebern und Gewerkschaften solle nach Meinung der CDU/CSU die Höhe der Lohnuntergrenze aushandeln und auch entscheiden können, ob Löhne nach Branchen oder Regionen differenziert werden. Wenn sich die Kommission nicht einigen könne, solle das Los über einen Schlichter entscheiden. Möllenberg: ‚Mehr Beliebigkeit geht nicht. Allgemein und verbindlich sieht anders aus. Die Politik, vor allem Arbeitsministerin von der Leyen, duckt sich weg. Arbeitgeber, die sich ihrer sozialen Verantwortung verweigern, Tarifverträge abzuschließen, könnten sich hinter einer machtlosen Kommission verstecken. Im besten Fall wird der Flickenteppich der Mindestlöhne nur noch größer. Hungerlöhnen und tariflosen Zuständen wird so nicht beizukommen sein.‘
Nach wie vor gebe es nur eine Alternative – einfach und unbürokratisch: ‚Einen flächendeckenden Mindestlohn von zunächst 8,50 Euro als untere Grenze für alle Branchen und für alle Beschäftigten. Keine Ausnahmen, keine neue Flickschusterei. Ohne einen gesetzlichen Mindestlohn finden die Arbeitgeber immer wieder neue Schlupflöcher wie die Flut von Werkverträgen zeigt, die den Mindestlohn in der Leiharbeit aushebeln. Wir werden die Union daran messen, ob sie sich klar und deutlich zum gesetzlichen Mindestlohn bekennt. Für Los-Spielereien ist das Thema angesichts von knapp acht Millionen Beschäftigten, die unter der Niedriglohnschwelle arbeiten, und 1,4 Millionen, die ihre Löhne auf Kosten der Steuerzahler aufstocken müssen, viel zu ernst. Der heute vorgelegte Vorschlag ist unausgegoren und entbehrt nicht des Anscheins von Wahlkampftaktik. Soziale Verantwortung darf nicht durch Glücksspiel ersetzt werden.‘“
erlin - 25. April 2012