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Mindestlohn-Tour 2007
ARM TROTZ ARBEIT
Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

  • 6,00 Euro
  • 7,50 Euro
  • 9,00 Euro
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Politik

 
Dienstag 6. November 2007

Erbitterter Streit um Mindestlohn für Briefzusteller

Bisher hatte ich den Eindruck, dass Heute im Bundestag möglichst objektive berichtet. Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher. Der Bericht über die Anhörung: „Berlin: (hib/MPI) Die Konkurrenten der Deutschen Post AG stemmen sich weiterhin mit aller Kraft gegen den geplanten Mindestlohn für Briefzusteller. In einer öffentlichen Anhörung zu einem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (16/6735) am Montagnachmittag sprach der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Reinhard Göhner, in diesem Zusammenhang von einem ‚Missbrauch des Tarifvertragsrechts‘. Unter den zwischen dem von der Deutschen Post AG dominierten Arbeitgeberverband Postdienste und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgehandelten Tarifvertrag, der die Grundlage für die Aufnahme der Briefzusteller ins Entsendegesetz sein soll, fielen nur rund 4.500 Beschäftigte. ‚Hier sollen die Arbeitsbedingungen einer kleinen Minderheit einer großen Mehrheit aufgedrückt werden‘, betonte Göhner. Hierbei handele es sich ordnungspolitisch um einen ‚dreisten Vorgang‘, fügte Florian Gerster hinzu. Gerster ist Präsident des Arbeitgeberverbandes der Neuen Brief- und Zustelldienste, in dem die Konkurrenten der Deutschen Post AG wie Pin Group und TNT zusammengeschlossen sind. Gerster betonte, sein Verband sei bereit, über einen ‚realistischen Mindestlohn‘ für Briefdienstleister von im Schnitt 7,50 Euro zu verhandeln. ‚Mindestlohn ja, aber kein Monopolschutzlohn‘, sagte Gerster. Der vom Arbeitgeberverband Postdienste und von ver.di ausgehandelte Tarifvertrag, der Mindestlöhne von 9 Euro im Osten und 9,80 Euro im Westen vorsehe, werde aber auf einen Schlag Zehntausende Arbeitsplätze bei den Wettbewerbern der Post vernichten. Dagegen führte Wolfhard Bender, Präsident des Arbeitgeberverbands Postdienste, an, käme der Mindestlohn über das Entsendegesetz nicht pünktlich zur Liberalisierung des Postmarktes Anfang 2008 werde es einen Verdrängungswettbewerb geben. Dieser könne allein bei der Post AG zu einem Verlust von 32.000 Arbeitsplätzen führen. Für bedenklich hält es Bender darüber hinaus, dass die Konkurrenten der Post AG Wettbewerb staatlich subventioniert führen wollten. Denn bei einem Stundenlohn von rund 6 Euro müsse der Staat die Löhne über Hartz-IV-Leistungen aufstocken. Auch der Berliner Betriebsrat der Post, Thomas Cosmar, zeigte sich überzeugt, dass die Post AG einem Wettbewerb im Briefdienstleistungssektor nur über die Lohnhöhe ‚nicht lange standhalten‘ könne.

Keine einheitliche Position fanden die geladenen Sachverständige auch in der Frage, ob - wie vom Gesetzgeber gefordert - mindestens 50 Prozent der Vollzeitbeschäftigten im Bereich der Briefzustellung von dem Tarifvertrag erfasst sind.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Dienstag 6. November 2007

Gedrechselte Fragen - geschraubte Antworten

Gestern im Bundestags-Ausschuß Arbeit und Soziales gewesen. Der tagte im Fraktionssaal der CDU/CSU-Fraktion. Sehr freundlich der Umgang. Herr Vorsitzender. Das Wort hat jetzt. Ich bedanke mich für diese Frage. Skuril.

Die Fraktionen hatten an Sachverständigen aufgefahren, was ging. DGB, ver.di, DPVKom, BDA, Arbeitgeberverband Postdienste, Arbeitgeberverband der neuen Brief- und Zustelldienste, Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Und die Sachverständigen Thomas Cosmar, Michael Schwemmle, Prof. Dr. Ulrich Preis, Prof. Dr. Georg Thüsing.

Redzeit genau verteilt: CDU/CSU und SPD jeweils 29 Minuten, FDP acht Minuten, Die LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN jeweils sieben Minuten. Freie Runde zehn Minuten.

Florian Gerster bauschte seine Zahlen auf. Wir hatten alle Angst, dass er das Ende des Abendlandes ausruft, wenn die Briefdienstleistungsbranche in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz aufgenommen wir.

Reinhard Göhner, in Doppelfunktion als CDU-MdB und Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, sang das hohe Lied der Tarifautonomie. Er verwies auf das Tarifvertragsgesetz und auf den Tarifausschuss, in dem die Tarifparner so gut zusammen arbeiten würden. Kein Wort dazu, dass die Arbeitgeber dort seit Jahren sinnvolle Beschlüsse blockieren.

Matthias Kurth, Netzagentur, wollte die hohe Zahl der Beschäftigten in dem Sektor nicht bestätigen. Michael Schwemmle wunderte sich über die rasante Vermehrung der Beschäftigten im Sektor. Belastbar sei die zahl von 40 bis 50 000 Beschäftigten.

Gegessen ist die Messe noch nicht.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Donnerstag 1. November 2007

Ausschuss hört Experten zum Arbeitnehmer-Entsendegesetz

Berlin: (hib/SUK) In einer öffentlichen Anhörung wird sich der Ausschuss für Arbeit und Sozialordnung am Montag, dem 5. November, mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (16/6735) befassen. Dazu sind unter anderem Sachverständige des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und des Arbeitgeberverbandes Postdienste e.V. geladen. Die Anhörung findet im Saal 3N001 im Reichstagsgebäude statt und beginnt um 14.30 Uhr.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 

Donnerstag 1. November 2007

Kollege Brandner wird ungemütlich

In der Saarbrücker Zeitung warnt Brandner Union vor Koalitionsbruch wegen Mindestlohn-Streit

„Saarbrücken (ots) - Der Streit um den Mindestlohn bei Briefzustellern gefährdet nach Ansicht des SPD-Arbeitsmarktexperten Klaus Brandner den Fortbestand der großen Koalition. ‚Viele in der Union spielen an diesem Punkt mit dem Feuer. Das kann zum Spaltpilz im Regierungsbündnis werden‘, sagte Brandner der ‚Saarbrücker Zeitung‘ (Freitag-Ausgabe).

Wenn sich die Union weiter gegen Mindestlöhne im Postbereich sperre, müsse sie den betroffenen Mitarbeitern erklären, warum sie lieber Dumpinglöhne in Kauf nehme. ‚Voraussetzung für die Liberalisierung des Briefmarktes war, dass es zu Mindestlöhnen kommt. Diese Vereinbarung will die Union jetzt offenbar brechen‘, kritisierte Brandner.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Donnerstag 11. Oktober 2007

Wolf: Aufträge für Pin AG künftig nur mit Tarifvertrag

dpa meldet: „Der private Briefzusteller Pin AG wird nach Einschätzung von Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke) nur dann weiter Aufträge des Senats erhalten, wenn er reguläre Tarifverträge abschließt. Die geplanten Regelungen für die Vergabe öffentlicher Leistungen würden Tariftreue in diesem Bereich voraussetzen, sagte Wolf am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. ver.di verhandelt seit längerem mit der Pin AG über einen Tarifvertrag, um einen Mindestlohn für die Briefträger durchzusetzen. Der Senat ist einer der größten Auftraggeber der Pin AG, die etwas billiger als die Post ist.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Donnerstag 27. September 2007

Wulff zeigt sein wahres Gesicht: Ministerpräsident gegen existenzsichernde Löhne bei Briefdiensten

Hannover, 27. September 2007

„Der Konflikt um Mindestlöhne droht zu eskalieren. In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Arbeit und Sozialpolitik des Bundesrates bringt das Land Niedersachsen einen Antrag ein, der die Aufnahme der Briefdienstleister in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz ablehnt. Sollte diese gemeinsam von Niedersachsen und Hessen verfolgte Position in der Bundesratssitzung am 12. Oktober eine Mehrheit finden, wäre der Zeitplan des Bundestages, einen Mindestlohn für die Briefdienste zum 1. Januar 2008 zu beschließen, gefährdet.

Noch in einem Gespräch zwischen ver.di-Vertretern und dem Leiter der Niedersächsischen Staatskanzlei, Dr. Lothar Hagebölling, hatte dieser Anfang August die Auffassung von ver.di geteilt, dass die Postdienste in das Entsendegesetz aufgenommen werden müssten. ver.di-Landesleiter Siegfried Sauer erklärte hierzu: ‚Ich sehe in dem skandalösen Verhalten des Ministerpräsidenten zugleich auch eine Antwort auf meinen offenen Brief vom 20. September, in dem ich ihn um Unterstützung im Bundesrat gebeten hatte. Ich kann das Verhalten des Landes nur als Affront gegen die berechtigten Interessen der Briefzusteller werten. Herr Wulff zeigt sein wahres Gesicht und will existenzsichernde Löhne verhindern.‘

Nach Auffassung von ver.di torpedierten die CDU-Ministerpräsidenten aus Niedersachsen und Hessen damit auch die Entscheidung des Bundeskabinetts, einen entsprechenden Gesetzentwurf in den Bundestag einzubringen. Diese Entscheidung sei immerhin einstimmig mit den Stimmen der CDU getroffen worden. ‚Eine Umfrage der ZEIT belegt, dass 70 Prozent der Bevölkerung für einen Mindestlohn sind. Herr Wulff aber zeigt sich als Lobbyist der Postkonzerne TNT und PIN-Group‘, sagte Sauer. Bei der TNT handelt es sich um eine 100prozentige Tochter der reichen Niederländischen Post und bei der PIN-Group ist der Springer-Konzern mit 71 Prozent beteiligt.

Der Vorwurf, nicht alle Postdienstleister seien beim Zustandekommen des Tarifvertrages zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband Postdienste e. V. ‚nicht angemessen‘ beteiligt gewesen, ist nicht haltbar. ‚Im Gegenteil, PIN-Group und TNT waren nicht bereit, mit ver.di einen Tarifvertrag abzuschließen oder dem Arbeitgeberverband beizutreten‘, so Sauer. ‚Somit stellt sich Herr Wulff an die Seite von Arbeitgebern, die nicht bereit sind, über Tarifverträge existenzsichernde Löhne in der Briefbranche zu vereinbare, sondern Lohndumping betreiben wollen.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Freitag 21. September 2007

836. Sitzung des Bundesrates

Heute im Bundesrat: Mindestlohn

  1. Sitzung des Bundesrates am Freitag, dem 21. September 2007, 9.30 Uhr

Zur Tagesordnung

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...