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Politik

 
Donnerstag 21. August 2008

Richtig geärgert über Herrn Schneider

Die Hochglanzbroschüre BLICKPUNKT BUNDESTAG widmet sich in der Ausgabe 02/2008 dem Thema Armut. Die Redaktion hat zwei unterschiedlich Betroffene zum Streitgespräch gebeten: Inge Zeller (49), eine Diplombetriebswirtin, die seit drei Jahren arbeitslos ist und von Hartz-IV-Leistungen leben muss, und den SPD-Bundestagsabgeordneten Carsten Schneider (34), der haushaltspolitischer Sprecher seiner Fraktion ist und bei seinen Wählern im Wort steht, endlich den gewaltigen Schuldenberg des Staates abzubauen.

Inge Zeller erzählt: „Wenn ich für neun Tage ins Krankenhaus käme, müsste ich von meinen 175 Euro 90 Euro Eigenanteil zahlen. Das wird wirklich schwierig und ist eigentlich unzumutbar.“

Auf die Frage: „Wissen das die Politiker?“ Antwortet der SPD-Abgeordnete Schneider: „Natürlich. Die 90 Euro Eigenanteil sind ja auch die maximale Obergrenze.“ Und dann der verbale Schlag Richtung Koalitionspartner: „Die CDU wollte eine höhere Grenze, das hat die SPD verhindern können.“

Und dann läuft der SPD-Abgeordnete zur „Höchstform“ auf: „Die 90 Euro mögen schmerzlich sein, aber ich erinnere an die amerikanischen Verhältnisse, wo 40 Millionen Menschen ohne jede Krankenversicherung sind.“

So, so, Herr Abgeordneter. Sie meinen also, wenn Frau Zeller ins Krankenhaus kommt, dann soll sie nicht über ihre missliche Lage jammern, sondern an die 40 Millionen Amerikanerinnen und Amerikaner denken, die wahrscheinlich gar nicht ins Krankenhaus gehen.

Inge Zeller antwortet denn auch klar: „Ich lebe aber in Deutschland und nicht in den USA! Und: Auch in Deutschland zieht sich der Staat aus seiner sozialen Verantwortung zurück — siehe 351 Euro Grundsicherung. Amerika soll kein Vorbild für unsere Politiker sein.“

Noch ein Tipp für den Abgeordneten Schneider. „Dank“ der sogenannten Gesundheitsreformen, an denen der Herr Schneider eventuell auch mitgewirkt hat, ist die Verweildauer im Krankenhaus in den letzten Jahren drastisch verkürzt worden. Da könnte er sagen… Ach lassen wir das doch.

Ärgerlich ist die Aussage des Herrn Abgeordneten

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Politik
 

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Kommentare
Kommentar zu:
Vom Lohn leben
Carmen
19. Mai 15:41

Mindestlohn hin oder her solang wie in China Leute für unter einem Dollar arbeiten wird sich hier niweiter...

Simon
26. April 08:48

Muss ich dem guten Herr Möllenberg absolut zustimmen. Was bringt es Arbeit zu haben, wenn man davon weiter...

Gerhard Stöcker
31. März 05:30

Ich sehe das auch so. Wer Geld verdient, kann auch Geld ausgeben, was ganz wichtig ist für unsere Koweiter...

Gerhard Stöcker
31. März 05:14

Liebe Leser und Leserinnen, seit langem hören wir die Diskusion über Mindestlöhne. Ich bin zwar aweiter...

Kommentar zu:
Vom Lohn leben
Sina K.
18. März 22:28

Wir waren traurig darüber, dass nun auch der Postmindestlohn weg ist :-(weiter...

Michael
25. Februar 20:54

Alle die Politiker in Deutschland werden möchten, sollten 2 Jahre von Hartz IV leben. Dafür müsste eweiter...

Michaela Weimar
10. Februar 19:01

Mein Sohn verdient als Fachhandelspacker seit 10 Jahren für 50 Stunden Woche 800 Brutto.Ich hätte diweiter...

ingo
06. Februar 02:21

Zuerst ein mal ich finde es richtig dass ein Mindestlohn für alle gefordert wird. Leider kommt erweiter...

Andre günther
28. Januar 12:12

war geil in berlin bin der fahrer des ersten Lkw Schöne grüße Habt ihr noch ein vid?weiter...