Mittwoch 20. Juli 2011
Studien, Studien, Studien. Und wieder wird belegt, was wir fordern: Den gesetzlichen Mindestlohn.
Die Lausitzer Rundschau scheibt am 20. Juli 2011 unter der Überschrift: „Arm durch Arbeit“
“‘ Die jüngste Untersuchung der Berliner Wirtschaftsforscher ist nur ein weiterer Mosaikstein in einem Bild, das man bis vor nicht allzu langer Zeit nur aus den USA kannte, aber nicht aus Deutschland: arm durch Arbeit.“
Dann folgt zwar das ewige „… die Arbeitsmarktreformen … haben beigetragen, dass mehr Menschen wieder zu einer Beschäftigung kamen.“ Aber die Auswüche der leiharbeit werden angeprangert: „So vernünftig es ist, dass Betriebe für Auftragsspitzen auf flexibel einsetzbare Arbeitnehmer zurückgreifen können, so fragwürdig sind die Umstände ihrer Entlohnung.“
„Dass sich damit auch gegen sie ein Lohndruck nach unten erzeugen lässt, steht außer Zweifel.“ Richtig.
Und auch das stimmt: „In nicht wenigen Branchen sind die Gewerkschaften mittlerweile zu schwach, um anständige Löhne durchzusetzen. Ein allgemeiner flächendeckender Mindestlohn könnte den schlimmsten Auswüchsen einen Riegel vorschieben. Das sagen übrigens längst nicht mehr nur radikale Linkspolitiker, sondern angesehene Arbeitsmarktforscher. Die Politik ist bei der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes an manchen Stellen über das Ziel hinaus geschossen.
Bislang hat sich die amtierende schwarz-gelbe Bundesregierung dafür jedoch kaum interessiert. Höchste Zeit, dass sich das ändert.“
Diese Kommentar ist auch im „Trierischer Volksfreund“ erschienen.
Die NRZ stellt den Zusammenhang von Niedriglohn und Altersarmut her. Altersarmut ist für die die Bundesregierung nur eine Randerscheinung. Siehe Anwort der Bundesregierung auf eine Bundestagsanfrage.
Die NRZ schreibt: „Niedriglöhne und ein flexibler Arbeitsmarkt inklusive zerbröselnder Tarifbindungen verbessern in diesen Zeiten die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Die Frage ist aber, ob Deutschland sich das leisten kann.“
Der Zusammenhang ist etwas schräg. Immerhin stehen viele Tätigkeiten im Niedriglohnsektor nicht im globalen Wettbewerb.
Dafü stimmt dieser Zusammenhang: „Denn langfristig werden die Kosten für die Allgemeinheit immens sein. Die Altersarmut wird zwangsläufig zunehmen. Wer heute für ein Mini-Gehalt arbeitet, wird im Alter auf staatliche Unterstützung aus Steuergeldern angewiesen sein. Niedriglöhner zahlen, wenn überhaupt, nur Kleckerbeiträge für Pflege- oder Krankenversicherung und können sich natürlich keine kapitalgedeckten Zusatzversicherungen leisten. Auch hier werden staatliche Zuschüsse steigen.“
Das Neue Deutschland sieht Vorsatz.
„Unverkennbare Ursache ist der mit den rot-grünen Hartz-Gesetzen forcierte Druck, nahezu jede angebotene Arbeit anzunehmen, selbst wenn deren Konditionen in der Nähe zur Sittenwidrigkeit oder bereits jenseits dieser Schwelle liegen. Via staatlich subventionierter Lohndrückerei haben sich so Minijobs und Leiharbeit in immer mehr Branchen ausgebreitet. Solange hier nicht mit einem gesetzlichen Mindestlohn Einhalt geboten wird, ist davon auszugehen, dass der Anstieg des Niedriglohnsektors mit politischem Vorsatz erfolgt.“