Dienstag 22. Februar 2011
Im DeutschlandRadio sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer am 22. Februar 2011:
„Aber was die Frage des Kampfes gegen Armut anbetrifft, da gibt es Minischritte im Bereich der Mindestlöhne. Den allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht. Sicherlich: für 1,2 Millionen Menschen gibt es Verbesserungen, ohne Frage, aber eben auch nur bedingt. Und die große Frage des Missbrauchs der Leiharbeit und damit ein dauerhaftes Programm zum Lohndumping in Deutschland insbesondere bei industrieller und Dienstleistungsarbeit ist nicht beantwortet worden. Also von daher ist das Ergebnis bei Weitem nicht zum Jubeln, sondern man muss weiter kämpfen und wir werden das auch tun.
Ich bin mehr dafür, dass man eine Politik macht für die Menschen, die arbeiten und die Arbeit suchen. Dazu gehört jetzt vordringlich übrigens die Einführung eines gleichen Lohns für gleiche Arbeit bei Leiharbeitern. Das ist eine der zentralen Fragen. Da sind wir übrigens bei den Verhandlungen überhaupt nicht weitergekommen aufgrund der Blockadehaltung der FDP, und da muss dringend nachgebessert werden. Wir werden dort auch nachsetzen, weil das die zentrale Frage ist, ob wir in Deutschland weiterhin anständige Löhne bezahlen, und zwar in allen Branchen, oder nicht.“
Frage von Gerwald Herter: „Werden die Proteste und Forderungen der Gewerkschaften in diesem Frühjahr hörbarer sein, lauter sein als im letzten Herbst?“
„Sommer: Das kann ich Ihnen nicht sagen. Das hängt immer natürlich auch vom Engagement der Menschen ab. Wir werden jetzt morgen und übermorgen vor allen Dingen, also am Donnerstag, einen großen Aktionstag gegen den Missbrauch von Leiharbeit in Deutschlands Betrieben und auf Deutschlands Plätzen machen. Ich glaube, da werden wir hörbar sein. Wir werden insgesamt den Druck verstärken müssen, um zu politischen Fortschritten zu kommen, denn wir haben auch jetzt gesehen, wir waren ziemlich weit in der Diskussion auch zum Thema doch dem Schritt gleicher Lohn für gleiche Arbeit auch in der Leiharbeit näher zu kommen. Zum Schluss ist es am Veto der FDP gescheitert, der Druck hat offensichtlich nicht ausgereicht und ich kann die Kolleginnen und Kollegen nur auffordern, mit uns gemeinsam den Druck zu erhöhen.“