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Online-Presse

 

Mittwoch 20. Mai 2009

Zeitarbeitsunternehmen wirbt mit Rabatt-Aktion

Die FAZ berichtet unter der Überschrift „Zeitarbeitsunternehmen wirbt mit Rabatt-Aktion - Slogan: Alle müssen raus“ über eine üble Aktion. Die IG Metall: bezeichnet die Aktion als „modernen Sklavenhandel“.

FAZ: „svs. FRANKFURT, 19. Mai. Die Werbeaktion eines Zeitarbeitsunternehmens aus dem Sauerland versetzt die gesamte Branche in Aufruhr. Die S&F Personal-Dienstleistungen aus Olpe hat vor kurzem ein ‚Wirtschaftskrisen-Rabatt-Angebot‘ an ihre Kunden verschickt.“

Die üble Werbung.

 
Dokumente:

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Online-Presse
 

Kommentare

 
marina · Sonntag 31. Mai 2009 · 19:36
Seit es das Gewerbe der Arbeitnehmerüberlassung gibt - und es begann sich durchzusetzen in den späten 90ern unter rot-grün - bin ich der Ansicht, dass Zeitarbeitsfirmen nichts anderes sind als eine modernisierte Form der Sklaverei. Die Legitimation des Profits an Arbeitnehmerüberlassung halte ich rechtlich für ebenso äußerst bedenklich wie die Einführung der HartzIV Regelungen. Mir fallen dazu immer spontan Schröder und Clement ein als zwei besonders abgebrühte Kapitalismus-Funktionäre.Schröder mit seinem hetzerischen Statement "wer in diesem Land keine Arbeit hat ....", mit dem er die Opfer der Arbeitslosigkeit öffentlich für das Problem der Arbeitslosigkeit verantwortlich, d.h. zum Sündenbock machte und dadurch zugleich den Weg ebnete für die Legitimatiuon rigoroser Ausbeutungs-Geschäftsideen wie eben Zeitarbeitsfirmen. Ich habe mich damals schon gefragt, wo der Protest der Arbeitnehmer, der Arbeitslosen und der Gewerkschaften denn blieb, und ich frage mich bis heute, ob und inwieweit das Prinzip einer Arbeitnehmerüberlassung mit unseren Grundrechten, z.B. dem der Menschenwürde etc. überhaupt zu vereinbaren ist. Ich wundere mich, warum Gewerkschaften als die Organisationen, die genau dafür da sind und die diesen Aufwand ja auch viel effizienter als Einzelpersonen leisten können, nicht alle verfügbaren rechtlichen Hebel in Bewegung setzen,um die Legitimation von Zeitarbeitsfirmen in Frage zu stellen und möglichst wirksam anzufechten. Beispiel dafür, dass es keinerlei Grund gibt, Beschlüssen und Gesetzesverabschiedungen unserer politischen Führung Vertrauen zu schenken ist die Pendlerpauschale: ein einzelner Bürger schaffte es mit gesundem Menschenverstand und Hartnäckigkeit, die Verfassungswidrigkeit der willkürlichen Festsetzung der Pauschale ab erst 21 km zu erklagen.
Die rechtlichen Möglichkeiten, die der ausgebeutete Teil der Bevölkerung hat, um sich der fortschreitenden Ausbeutung zu erwehren, wird so gut wie gar nicht ausgeschöpft und darauf können sich die jeweiligen Abgeordneten verlassen. Deshalb diese Keuschheit seitens unserer politischen Führer gegenüber einer Einführung des Mindestlohns, die uns nur eines klar macht: Volksvertreter vertreten keineswegs die Interessen des Volkes an sich, sondern ihre eigenen und die Interessen der Wirtschaftselite, mit denen sie sich als politische Elite identifizieren. Ermöglicht wird diese ignorante Eigennutzhaltung der politisch Verantwortlichen meiner Ansicht nach aber erst durch eine unendliche Obrigkeitshörigkeit der Deutschen: DAS ist die Haltung, die vor ca 70 Jahren ein Drittes Reich möglich machte, und DAS ist die Lektion, die die Deutschen bis heute nicht gelernt haben.
Logisch, das vor diesem Hintergrund ewiger Obrigkeits-Ergebenheit die Mechnismen der Macht und Ausbeutung immer drastischer und dreister werden, so wie die Werbung mit dem Lohnrabatt für überlassene Arbeitnehmer es ja zeigt. Solchen Auswüchsen drohen ja keine Sanktionen, die politische Führung erklärt es für political correct, und die meisten Deutschen sagen dazu ohnehin vollautomatisch JA.
 

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17. August 18:54

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