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Mindestlohn-Tour 2007
ARM TROTZ ARBEIT
Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

  • 6,00 Euro
  • 7,50 Euro
  • 9,00 Euro
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Arbeitsleben

 
Montag 28. April 2008

Sozialdumping bei den großen Kirchen

Report Mainz meldet:

„Viele Mitarbeiter bei diakonischen Einrichtungen können von ihrem Einkommen offenbar nicht mehr leben. Nach Informationen des ARD-Politikmagazins ‚Report Mainz‘ müssen sie zusätzlich Hartz IV beantragen.“

Zu Report Mainz

Und noch eine Schweinerei.

spiegel-online meldet: „Drei Euro Stundenlohn auf dem Kreuzfahrtschiff

Von wegen Traumjob: Mehrere junge Leute haben einem Bericht zufolge auf Kreuzfahrtschiffen zum Teil weniger als drei Euro Stundenlohn erhalten. Einer wurde genötigt, einen rumänischen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Die Stellen wurden von Jobcentern vermittelt.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Freitag 18. April 2008

Vor Streife noch Taxi fahren - Viele Polizisten brauchen Nebenjobs

dpa meldet:

„Köln (dpa) - Bevor der Polizeibeamte Dieter Kaiser seinen Schicht-Dienst antritt, fährt er noch schnell ein paar Stunden Taxi in Köln. Die 26-jährige Polizistin Tamara Schmidt trägt im Morgengrauen Zeitungen aus, um sich und ihre Kinder finanziell besser über Wasser zu halten. Kommissar Thomas Lenz (alle Namen geändert) verkauft nebenbei Grill-Zubehör und heuert ab und zu als TV-Statist an. ‚Mit meinem mickrigen Beamtengehalt komme ich kaum über die Runden‘, sagt der studierte Kriminalist. Von den 2000 Euro netto, die er in gehobener Laufbahn inklusive aller Schichtzulagen erhält, muss der geschiedene 32-Jährige auch Unterhalt für seine Kinder zahlen. ‚Da bleibt nichts übrig, ohne meine lukrativen Nebenjobs läuft nichts.‘

Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) wächst die Zahl der Polizisten, die eine Genehmigung für einen Zweitjob beantragen. Hintergrund seien die seit dem Jahr 2000 um 10 bis 20 Prozent gesunkenen Realeinkommen für Polizisten, sagt ein Sprecher des Bundesvorstands. ‚Um nicht in die Schuldenfalle abzurutschen, üben immer mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst, Arbeiter, Angestellte und Beamte, genehmigte und ungenehmigte Nebenjobs aus‘, erklärt die Berliner GdP. Berichte über Polizeibeamte, die sich als Hausmeister, Pizza-Boten oder Fitness-Trainer ein Zubrot verdienen, schaden dem positiven Image des Berufs und könnten auch zu Nachwuchsproblemen führen, sorgt sich der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK).

In München gehen 1000 von insgesamt 6000 Polizisten einer genehmigten Nebentätigkeit nach, in Köln ist es jeder zehnte von 4800, ähnlich wie in Hamburg mit 1000 Nebenjobbern unter rund 9920 Polizeibeamten. In Berlin gehen diesen Weg 990 von 21 950 Polizisten, wie die ‚Süddeutsche Zeitung‘ berichtet. Der BDK rechnet mit noch mehr Polizisten mit Zusatzjob. ‚Es kommt noch eine unbekannt hohe Dunkelziffer dazu‘, sagt der Bundesvorsitzende Klaus Jansen. Es gehe vor allem um junge Polizisten, die in teuren Großstädten im Einsatz seien und dort mit 1500 bis 1800 Euro netto im Monat nicht adäquat leben könnten. Eine Kölner Beamtin (27) bestätigt vor der Wache: ‚Da kennt man doch schon einige, die einen Nebenjob haben müssen.‘

Das Problem sei ernst, da Überlastung der Betroffenen drohe und Ansehen und Attraktivität der Polizei in Gefahr geraten könnten. ‚Ich möchte vollkonzentrierte Polizisten im Einsatz haben, die stolz sind auf ihren anspruchsvollen Job‘, betont Jansen. ‚Die Qualität leidet aber, wenn der Trend so anhält.» Wer ohne Genehmigung bei der zuständigen Polizeibehörde eine Nebentätigkeit ausübe, mache sich ‚disziplinarrechtlich die Finger schmutzig‘.

Wird ein Antrag gestellt, muss der Dienstherr prüfen, ob der angestrebte Zusatzjob mit den polizeilichen Pflichten kollidiere. Verboten ist, was mit der Tätigkeit eines Polizisten verwechselt werden könnte. Wachmann in einem Sicherheitsunternehmen, Türsteher in der Disco, Detektiv oder Sicherheitsbegleiter in der U-Bahn sind also tabu. ‚Es ist aber nicht auszuschließen, dass hier Polizisten tätig sind, da sehe ich einen Graubereich‘, meint der BDK-Chef. Aber auch wer vor dem Polizei-Dienst stundenlang ein Taxi steuert, im Sport-Center jobbt, Pizza von Tür zu Tür trägt oder als Dolmetscher über schwierigen Texten brütet, könne nicht im Anschluss mit voller Kraft seinen Polizeidienst verrichten, befürchtet Jansen. ‚Der Bürger hat aber einen Anspruch auf hundert Prozent Polizist.‘

Um das Problem einzudämmen, fordern GdP und BDK höhere Einkommen für die Polizisten. ‚Wenn ich als Berufsanfänger im Schichtdienst an einem besonders belasteten Einsatzort - im Kriminalitätsschwerpunkt einer Großstadt - arbeite, dann muss das auch fair belohnt werden‘, verlangt der BDK-Vorsitzende. Es solle eine einheitliche Bezahlung eingeführt werden, statt diese je nach Bundesland immer weiter auseinanderdriften zulassen. Auch Zulagen für teure Wohnlagen etwa in Hamburg und München könnten eine weitere Zunahme nebenjobbender Polizisten verhindern. Solange das nicht in Aussicht ist, wird Thomas Lenz seine - ungenehmigten - Zusatzjobs behalten: ‚Als Polizist verdient man eben nicht die Masse, man muss sehen, wo man bleibt.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Freitag 11. April 2008

GNBZ: ver.di legt Beschwerde beim Generalstaatsanwalt ein

ver.di meldet:

„Berlin, 11.04.2008

Im Zusammenhang mit den Vorgängen um die ‚Gewerkschaft Neue Brief- und Zustelldienste‘ (GNBZ) hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) umgehend Beschwerde beim Generalstaatsanwalt in Köln eingelegt. Anlass ist die am 11,. April 2008 veröffentliche Entscheidung des zuständigen Staatsanwalts, die Ermittlungen aus formaljuristischen Gründen einzustellen.

Es sei bewiesen, dass die sogenannte Gewerkschaft Neue Brief- und Zustelldienste durch erhebliche Zuwendungen der Arbeitgeber finanziert worden ist. ‚Daraus müssen jetzt die Konsequenzen gezogen werden‘, sagte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Andrea Kocsis. Angesichts der Beweislage und Umstände sei sie zuversichtlich, dass die Drahtzieher noch zur Rechenschaft gezogen werden könnten.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Freitag 11. April 2008

Betriebsrat im CallCenter FlexiTel TelefonService GmbH gewählt

Andreas Splanemann schreibt:

„Nach zwei Anläufen ist es nun der Belegschaft des CallCenters FlexiTel TelefonService GmbH gelungen, am Donnerstag einen neunköpfigen Betriebsrat zu wählen. Dazu war es notwendig, beim Arbeitsgericht Berlin die Einsetzung des Wahlvorstandes zu beantragen. ‚Die Geschäftsleitung hatte in der Vergangenheit immer wieder versucht, die Wahl eines Betriebsrats zu verhindern‘, sagte Jürgen Stahl, zuständiger ver.di-Gewerkschaftssekretär. Stahl weiter: ‚Mit einer Wahlbeteiligung von 86,2 Prozent haben sich die 225 Mitarbeiter jetzt deutlich für einen Betriebsrat ausgesprochen. Dieser Erfolg ist letztlich einigen Beschäftigten zu verdanken, die sich nicht haben abschrecken lassen, sondern beharrlich für eine betriebliche Interessensvertretung gekämpft haben.‘“

Ich meine: Ein schöner Erfolg.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Freitag 4. April 2008

Ab 1. April höhere Mindestlöhne im Abbruch- und Abwrackgewerbe und für Maler

Die IG BAU meldet:

„Für die Beschäftigten des Abbruch- und Abwrackgewerbes gelten ab 1. April 2008 höhere Mindestlöhne. Für Facharbeiten gelten 11,96 Euro West und 10,16 Euro Ost. Hilfskräften stehen 9,79 Euro West bzw. 9,10 Euro Ost zu. Damit wurden die Helferlöhne nach 2 Jahren um 30 Cent, die der Fachwerker um 36 Cent angehoben…“ Pressemitteilung

„Zum 1. April gelten höhere Mindestlöhne im Maler- und Lackiererhandwerk. Der Tarifvertrag zwischen der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und dem Hauptverband Farbe Gestaltung Bautenschutz vom 9. September 2007 wurde am 28. März 2009 per Rechtsverordnung des Arbeitsministers für Allgemeinverbindlich erklärt. Für Facharbeiten erhöht sich der Mindestlohn West von 10,73 Euro auf 11,05 Euro, der Mindestlohn Ost von 9,37 Euro auf 9,65 Euro. Für einfachste Arbeiten steigt der Mindestlohn West von 7,85 Euro auf 8,05 Euro, der Mindestlohn Ost von 7,15 Euro auf 7,50 Euro. Mindestlöhne für das Maler- und Lackiererhandwerk gelten seit Dezember 2003…”

Presseerklärung

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Dienstag 25. März 2008

Beschäftigte der T&M Museum und Marketing GmbH fordern den Erhalt ihrer Arbeitsplätze

Wo du auch hinschaust, überall gibt es diese verältnisse.

ver.di Berlin-Brandenburg meldet: „Die Beschäftigten der T&M Museum und Marketing GmbH kämpfen um den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Die T&M Museum und Marketing GmbH ist eine Tochter der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.

Die ca. 180 Beschäftigten sind überwiegend Student/innen, die auf der Basis von 400 € im Besucherdienst des Technik Museum Berlin tätig sind. Sie müssen jetzt um ihre Weiterbeschäftigung und um ihre Arbeitsplätze fürchten. Viele der Student/innen sind schon weit mehr als zwei Jahre befristet beschäftigt und finanzieren mit dem Lohn ihr Studium.

Seit November 2007, dem Zeitpunkt, als Betriebsratswahlen eingeleitet worden sind, wurden und werden so gut wie keine Arbeitsverträge mehr verlängert bzw. unbefristete Arbeitsverträge geschlossen, aber auch keine neuen Beschäftigten für den Besucherdienst eingestellt. Die Betriebsratswahl wird seitens der Geschäftsleitung vor dem Arbeitsgericht Berlin angefochten.

‚Wir wollen eine entsprechende Resolution dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, der ebenfalls für kulturelle Angelegenheiten zuständig ist, Anfang April übergeben‘, so Jürgen Stahl, ver.di Gewerkschaftssekretär und führt weiter aus: ‚Mit der Resolution fordern wir Herrn Wowereit auf, sich für den Erhalt der Arbeitsplätze und die Weiterbeschäftigung der 180 Kolleginnen und Kollegen bei der T&M Museum und Marketing GmbH einzusetzen.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Donnerstag 20. März 2008

PIN soll Gewerkschaft bezahlt haben - Staatsanwaltschaft informiert

dpa meldet: „Köln/Berlin - Der frühere Vorstandschef des angeschlagenen Postdienstleisters PIN hat nach Erkenntnissen des Insolvenzverwalters die Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) finanziert. ‚Es liegen Unterlagen vor, nach denen bis zum 10. Dezember 2007 Zahlungen von der PIN-Holding in Höhe von 133 526,69 Euro über einen Umweg an die GNBZ geflossen sind‘, teilte Insolvenzverwalter Bruno M. Kübler am Donnerstag in Köln mit. Er bestätigte damit einen Bericht des Magazins ‚Der Spiegel‘.

Kübler übergab die Belege nach eigenen Angaben der Kölner Staatsanwaltschaft. Demnach habe der damalige PIN- Vorstandsvorsitzende Günter Thiel die Gelder über eine Beratungskanzlei an die Gewerkschaft geleitet. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, die Angelegenheit werde geprüft. Ob ein Straftatbestand vorliegt, sei noch unklar.

Kübler und die amtierenden Verwaltungsräte waren bei ihren Prüfungen auf eine Rechnung der Beratungskanzlei gestoßen, die mit dem Betreff ‚PIN Group AG wg. Gewerkschaft‘ versehen war. Die ausgewiesenen Zahlungen hätten nur wenige Tage nach Gründung der GNBZ im Oktober 2007 eingesetzt, berichtete Kübler. Deshalb sei die Kanzlei zu den Hintergründen befragt worden.

Kübler erklärte, nach Angaben der Kanzlei beinhalte die in der Rechnung vom 5. Dezember 2007 enthaltene Position ‚Kapitalausstattung‘ über 30 000 Euro Gehaltszahlungen an den GNBZ- Geschäftsführer Arno Doll. Zudem seien 1200 Euro für Computer berechnet worden. Überdies habe Doll von Oktober bis Januar zusätzlich monatliche Honorare von rund 25 000 Euro erhalten. Dies liste die Rechnung unter dem Posten ‚Fremdarbeiten‘ auf. Die Zahlungen seien im ausdrücklichen Auftrag von Thiel geleistet worden, erklärte Kübler unter Berufung auf die Kanzlei.

Diese habe der PIN-Holding außerdem am 5. und 7. Dezember Beratungsdienstleistungen in einer Gesamthöhe von rund 900 000 Euro in Rechnung gestellt, die umgehend bezahlt worden seien. Kübler prüft nach eigenen Angaben nun, ob diese Zahlungen der Insolvenzanfechtung unterliegen und zurückgefordert werden müssen. GNBZ-Chef Doll war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Bereits Anfang März hatte die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di gegen die GNBZ Strafanzeige gestellt, weil die neue Post-Gewerkschaft sich durch Gelder Dritter finanziere. Ver.di berichtete am Donnerstag in Berlin, die Kölner Staatsanwaltschaft habe ihr mitgeteilt, dass sie ein Ermittlungsverfahren gegen die GNBZ-Vorstandsmitglieder wegen des Anfangsverdachtes der Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr aufnehmen werde. ‚Wir waren offensichtlich auf der richtigen Fährte mit unserem Verdacht. Jetzt muss dem Spuk dieser Pseudogewerkschaft ein Ende bereitet werden‘, sagte die stellvertretende ver.di- Vorsitzende Andrea Kocsis.

Das Ganze ist ein Hammer. Wir erinnern uns noch an die „bezahlte Demo“ vor dem Brandenburger Tor.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Arbeitsleben
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...