ver.di hat dieser Tage eine Kampagne für Zeitarbeit gestartet: www.einhundertprozentich.de
Dort schreibt Jörg Wiedemuth, Leiter der tarifpolitischen Grundsatzabteilung beim Bundesvorstand der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft, ver.di:
„Auf die markigen Ankündigen des Arbeitsministers Scholz, die Zeitarbeit werde ins Arbeitnehmerentsendegesetz aufgenommen, um damit auch die unerträgliche Situation, dass hart arbeitende Beschäftigte der Zeitarbeit auf zusätzliche staatliche Transferleistungen angewiesen sind, zu überwinden, folgt nun eine staatlich festgesetzte Lohnuntergrenze auf dem niedrigstmöglichen Niveau. Dies wird dann auch noch als Erfolg verkauft. Die Beschäftigten der Zeitarbeit können dies nur als öffentliche Verhöhnung begreifen. Damit werden zugleich die jahrelangen Bemühungen der DGB-Gewerkschaften, über eine längerfristig angelegte Tarifpolitik, die Entgeltbedingungen der Zeitarbeitsbeschäftigten zu verbessern und über den seit 2006 bestehenden Mindestlohntarifvertrag auch ordnungspolitisch gleiche Wettbewerbsbedingungen in der Branche zu schaffen, Makulatur.
Gleichzeitig wird den DGB-Gewerkschaften der Boden für weitere Tarifverhandlungen in der Zeitarbeit unter den Füßen weggezogen. Die niedrigen Tarife des christlichen Gewerkschaftsbundes werden mit Unterstützung des sozialdemokratischen Arbeitsministers zur Leitwährung in der Zeitarbeit; die Tarifunterbietungspolitik der Christlichen Gewerkschaften wird damit belohnt.
Dies ist Teil des skandalösen Kompromisses auf dem Rücken der in der Zeitarbeit Beschäftigten. Damit sind die Fronten geklärt. Die Bundesregierung übernimmt die Verantwortung für die Niedrigverdienste in der Zeitarbeit. Der Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit in der Zeitarbeit‘ ist politisch nicht gewollt. Wir sollten uns an der Vernebelung dieses Kompromisses als Erfolg nicht beteiligen.“







