Dienstag 17. Juni 2008
Bemerkenswerte Aussagen macht der Geschäftsführer von Securitas Deutschland, Manfred Buhl, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Da lohnt es sich, mal weiter zu bohren.
„Berlin (dpa) - Der Sicherheitsdienstleister Securitas hat die Vergabe öffentlicher Aufträge für das Gewerbe kritisiert. ‚Man will möglichst billig Dienstleistungen einkaufen, aber kein Mensch fragt, ob das durch Lohndumping erreicht wird und welche Qualität die Sicherheit hat‘, sagte der Geschäftsführer von Securitas Deutschland, Manfred Buhl, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Gleichzeitig beschwere sich die Politik, dass die Branche zu geringe Löhne zahle. Buhl forderte einen gesetzlichen Mindestlohn von sechs bis acht Euro pro Stunde - je nach Bundesland. ‚Das ist für unser Gewerbe ein Arbeitssicherungsprogramm.‘»
Nach Angaben von Buhl, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen ist, sind Menschen zu finden, die für 2,50 Euro in der Stunde arbeiten. ‚Bei der Bezahlung gibt es keine Untergrenze, da ist fast alles möglich.‘ Viele Arbeitslose seien bereit, lieber einen Dumpinglohn zu akzeptieren statt weiter zu Hause zu sitzen. Buhl beklagte auch das Durcheinander bei den Vorschriften. Derzeit gebe es bundesweit 70 Tarifverträge, 250 Lohngruppen und 1000 Lohnarten. ‚Da kann kein Mensch bewerten, ob Tarif gezahlt wird.‘ Securitas selbst zahlt nach eigenen Angaben zwischen 4,40 Euro bis rund 12 Euro in der Stunde.“