
Bernd Steinmann schrieb am Freitag 14. September 2007 zum Thema Meinungen:
Karin schreibt weiter:
"Mindestlohn in der Metropole: Das Beispiel London
Greg Thomson, Unison, sagte:
'Ein Mindestlohn von 5,25 Pfund ist viel zu wenig für London, um die Lebenshaltungskosten zu decken. Mindestlohn ist kein Allheilmittel, sondern kann nur eine untere Grenze sein. Selbst bei einem Lohn von 7,20 Pfund wären immer noch Transferzahlungen in London nötig. Der Mindestlohn in Großbritannien hat sich aber generell bewährt. Er ist ein einfaches Mittel, was jeder versteht. Der Arbeitnehmer weiß, dass er mindestens 5,25 Pfund bekommen muss, der Arbeitgeber, dass er mindestens 5,25 Pfund zahlen muss. Alles andere ist nicht rechtskonform. Es kann keine Würde und keinen respekt geben, wenn du 70 bis 80 Stunden in der Woche arbeiten musst, um zu überleben.'“
URL des Textes: http://blog.mindestlohn.de/5/viewentry/1831
Kommentare
Angelika Emrich-Pieper am 16. September 2007
Greg Thomson hat aber auch bestätigt, dass die Altersarmut gestiegen ist. Und dem zu Folge wohl, so interpretiere ich seine Aussage - auch die Sozialausgaben für den "finanz. Grundbetrag zum Leben" (Thomson), den Menschen erhalten, die keine Arbeit haben bzw. die nur über eine geringe Rente verfügen. (Bei uns nennt sich das "Grundsicherung".)Das ist wohl die Folge des "viel zu niedrigen Mindestlohnes" (Thomson). Herr Thomson hat wortwörtlich gesagt, dass der Mindestlohn "viel zu niedrig" sei, mit dem man "nur überleben" könne. Und er hat auch wortwörtlich gesagt: "30 Pfund in der Woche reichen nicht, um davon leben zu können." (30 Pfund für den "finanz. Grundbetrag zum Leben" )
Endlich wurde auch mal das Tabu gebrochen und öffentlich bestätigt, dass ein Mindestlohn von 7,50 Euro Armut nicht verhindert. (So u.a. auch von IG-Bau!)
Angelika Emrich-Pieper
Aktive Teilnehmerin der Veranstaltung
Angelika Emrich-Pieper am 18. September 2007
Das Gleichgewicht in der Gerechtigkeitsfrage stimmt in unserem Lande einfach nicht.
GEO-Umfrage 2007: Was ist gerecht? "...Auch wenn es keinen Konsens gibt, wie eine faire Gesellschaft aussehen könnte, herrscht doch weitgehend Einigkeit darüber, dass die Verhältnisse in Deutschland ungerecht sind. Nur 18 Prozent der Befragten wollten zum Beispiel der Aussage zustimmen, dass "die Einkommens- und Vermögensverhältnisse in Deutschland gerecht" seien. So ist es!
Es wird behauptet, der geforderte gesetzliche Mindestlohn von 7,50 € sei für alle. Das ist ein Mythos, mit dem aufgeräumt werden muss. Der geforderte gesetzliche Mindestlohn von 7,50 Euro ist für so genannte "Niedrigqualifizierte", auch für ältere ArbeitnehmerInnen, die aufgrund von Vorurteilen keine gut bezahlte Arbeit entsprechend ihrer Qualifikation auf dem 1. Arbeitsmarkt finden und für andere so genannte "Problemgruppen" gedacht.
Was heißt hier im Übrigen eigentlich niedrig qualifizierte Arbeit? Was für eine elitäre Arroganz. Ob mehr mit Kopf oder mehr mit Hand - Arbeit ist Arbeit! Keine Niedriglöhne für alle! Und warum nicht eine gesetzliche Einkommensgrenze fordern?
Und auch das ist ein Mythos: Eine "gute" Aus-Bildung beuge präventiv der Armut vor. Viele ältere arbeitslose ArbeitnehmerInnen haben eine gute Ausbildung. Statt ihre gute Ausbildung über ein gutes Arbeitsförderungs- und Weiterbildungskonzept zu erhalten bzw. zu fördern wird an Weiterbildungsmaßnahmen gespart. Öffentlich geförderte Beschäftigungen sollen diesen Missstand ausgleichen.
In Berlin sollen - so Knake-Werner - 10.000 Jobs mit einem Bruttolohn von 1.300 Euro bis 2009 für ältere Langzeitarbeitslose bzw. andere "Problemgruppen" geschaffen werden. Bei den "zusätzlichen" Jobs handelt es sich um so genannte "niedrig qualifizierte" Arbeit, um "gemeinnützige Hilfsjobs", "Assistentenjobs" für die es keine tarifliche Regelung gibt. Mehrjährig sollen ältere ArbeitnehmerInnen mit ÖBS-Jobs versorgt werden.
Die Folge: Diskriminierung lebt heimlich weiter fort. Dequalifizierung auf der ganzen Linie! Wer mindestens 2 Jahre in einem "Hilfsjob" arbeitet, der wird das leidvoll zu spüren bekommen. Vermittlungschancen in gut bezahlte Arbeit schwinden mehr und mehr. Der Berufsschutz für unter 1961 Geborene ist in Gefahr. Mehr Armut im Alter. Mehr Ausgaben für die Grundsicherung im Alter. Mehr Sparmaßnahmen auf Kosten der Schwächsten der Schwächsten, der kranken bzw. pflegebedürftigen Menschen. Der tendenziell spürbaren sozialdarwinistische Entwicklung muss gemeinsam mit aller Kraft entgegengesteuert werden!
Angelika Emrich-Pieper
Aktive Teilnehmerin der Veranstaltung