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Dienstag 30. August 2011

Niedriglohn bleibt für die allermeisten Beschäftigten eine Sackgasse

ver.di meldet:

„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) beurteilt die aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft zum Niedriglohnsektor in Deutschland als irreführend und schönfärberisch. ‚An der Erkenntnis, dass der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnsektor sprunghaft angestiegen ist, kommt auch die Studie nicht vorbei‘, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske am 30. August 2011 in Berlin. Ihr Anteil sei von 16 Prozent Ende der 1990er Jahre auf inzwischen über 22 Prozent gestiegen, jede und jeder Fünfte arbeitet heute zu Niedriglöhnen. ‚Insofern werden die dramatischen Zahlen, die wir vom Institut für Arbeit und Technik bereits kennen, erstmals auch von Arbeitgeberseite bestätigt‘, so Bsirske.

Trotz des dramatischen Anstiegs schaffe das IW das Kunststück, den Niedriglohnsektor als Sprungbrett schönzureden. Ein Viertel der Niedriglöhner schaffe den Aufstieg in besser bezahlte Jobs, aber nur fünf Prozent der Beschäftigten steige von gut in schlecht bezahlte Jobs ab. ‚Die arbeitgebernahen Institute verfahren dabei nach dem Pippi-Langstrumpf-Motto: ,Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“, betonte Bsirske. Tatsächlich entstünden neue Arbeitsplätze im Aufschwung nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zu 75 Prozent im Bereich prekärer und atypischer Beschäftigung. ‚Wenn also nur einer von vier Niedriglöhnern den Aufstieg in regulär bezahlte Arbeit schafft, bleibt für drei Viertel der Betroffenen der Niedriglohnbereich eine Sackgasse. Damit verschärft sich die Spaltung am Arbeitsmarkt‘, sagte Bsirske.

Um diesen Trend zu stoppen, sei neben einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn auch die gleiche Bezahlung von Leiharbeitern und Stammarbeit für gleiche Arbeit vom ersten Tag an dringend notwendig. Außerdem müsse die Ausgrenzung von Beschäftigten durch sachgrundlose Befristungen beendet und der Anteil von Minijobs drastisch zurückgefahren werden.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Meinungen
 

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Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...