Wie weit es mit der SPD gekommen ist, das können wir daran ablesen, dass unserer kleinen sympathischen Mindestlohnwerbeaktion eine geballte Aufführung in mehreren Akten entgegengesetzt wurde.
Man wollte einfach keine Bilder von der Mindestlohnaktion in den Nachrichten.
Schon am Samstag begann daher der große Plan: Keine Mindestlohnbilder vom Schwielowsee. Mit dabei: Der Spiegel und die Bildzeitung. Einen unsäglichen Beitrag leistete auch Ulrich Deppendorf, Leiter des ARD Büros in Berlin. Und dann nahm alles seinen Lauf.
In den Nachrichten kam die Meldung, dass sich auch der Altkanzler Schröder mit einem Basta eingeschaltet haben soll. Das war das entscheidende Signal. Der Agenda-Kanzler, ein bekennender Nichtfreund von ver.di und dem Mindestlohn, legte die Spur.
Während wir noch guten Mutes vor dem Zaun standen, da verschob die SPD die Pressekonferenz immer wieder. Wenige Kilometer entfernt wurden in einem Privathaus letzte Weichen für die Aktion „Keine Mediensekunde für ver.di und den Mindestlohn“ gestellt.
Mindestlohn-Befürworter Kurt Beck, bekennendes ver.di-Mitglied, wurde gezwungen den SPD-Vorsitz niederzulegen. Damit war klar: Jetzt geht es nur noch um Personen. Inhalte treten in den Hintergrund.
Folglich: Keine Mindestlohnaktionsbilder vom Schwielowsee. Die Basta- und Agenda-Männer reiben sich die Hände.
Aber, abgerechnet wird am Ende.







