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Mindestlohn-Tour 2007
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Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

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Befürworter

 





Dienstag 26. April 2011

Buchvorstellung "Leben ohne Mindestlohn - Arm wegen Arbeit"

Ab Mai 2011 gilt in Deutschland die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit: Die Grenzen für Wanderarbeiter aus den EU-Staaten Osteuropas werden geöffnet. Nach Einschätzung aller Experten werden viele von ihnen hierzulande künftig für Niedriglöhne arbeiten. Wie verbreitet Armutslöhne aber schon heute in Deutschland sind und welche dramatische Folgen das hat, beschreibt die Initiative Mindestlohn der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in dem Buch „Leben ohne Mindestlohn - Arm wegen Arbeit. Niedriglöhner, Leiharbeiter und ‚Aufstocker‘ erzählen“ (VSA: Verlag Hamburg, 176 Seiten, 12,80 Euro).

Die Herausgeber - der Publizist Günter Wallraff, der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske und der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg - stellten das Buch am Donnerstag, den 28. April 2011, in Berlin, Bundespressekonferenz, vor.

Fotos: Marc Brinkmeier

 
Dokumente:

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 


Donnerstag 14. April 2011

Mehrheit der Bevölkerung für gesetzlichen Mindestlohn gegen Lohndumping

Fast 70 Prozent der Bevölkerung ist der Ansicht, dass ein gesetzlicher Mindestlohn am effektivsten vor Lohndumping schützt. Dies hat eine aktuelle repräsentative Meinungsumfrage von infratest-dimap im Auftrag von ver.di und der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ergeben. 76 Prozent der Befragten sind sogar der Ansicht, dass die Regierungsparteien einem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland sofort zustimmen müssen, um Lohndumping zu verhindern. Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung befürchtet, dass im Zuge der erweiterten Arbeitnehmerfreizügigkeit in der Europäischen Union ab Mai 2011 der Druck auf die Löhne in Deutschland und damit auch auf die Arbeitsplätze steigt.

Webseite der Initiative-Mindestlohn.de in neuem Gewand

Die Seite bietet nun Informationen zu den Themen: EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit & Dienstleistungsfreiheit,Migration, Aufstocker, Frauen, Kinderarmut, Altersarmut, Gesetzlicher Mindestlohn vs. Branchenmindestlöhne, Dumpinglöhne.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Mittwoch 13. April 2011

Frank Bsirske: Der gesetzliche Mindestlohn wird kommen

In einem Interview mit Spiegel Online (13. April 2011) zeigt sich ver.di Vorsitzender Frank Bsirske sicher, dass der gesetzliche Mindestlohn kommen wird. „Die Chancen waren nie so gut wie heute. Inzwischen treten mit der SPD, den Grünen und den Linken gleich drei Parteien für einen Mindestlohn ein. Das Gleiche gilt für einen Großteil der Bevölkerung.“ Der gesetzliche Mindestlohn sei notwendig, da ab Mai durch die Arbeitnehmerfreizügigkeit zusätzlicher Druck auf die Löhne zu befürchten sei. Zum Beispiel im Speditionsgewerbe und im Hotel- und Gaststättengewerbe, vielleicht auch für Teile des Einzelhandels.

Auf die Frage, warum ver.di in der Ethikkommission zum Ausstieg aus der Atomkraft nicht vertreten sei, obwohl ver.di Tausende Beschäftigte in der Energiewirtschaft vertrete, sagte Bsisrke: „Herr Vassiliadis ist als Vertreter der Beschäftigten im Stein- und Braunkohle-Bergbau sicher fähig, ihre Belange mit in die Kommission einzubringen.“ Tatsache sei, dass bereits vier Kommissionen im Bundestag das Thema bearbeitet hätten. „Die Fakten liegen also auf dem Tisch. Dass die Ethikkommission innerhalb von wenigen Wochen neue Erkenntnisse ans Licht bringt, würde ich für eine mittlere Sensation halten. In der Bevölkerung gibt es zudem einen breiten Konsens für einen schnellen Atomausstieg.“

Für den ver.di Vorsitzenden ist die sozialverträgliche Bewältigung des Ausstiegs aus der Atomenergie für jeden einzelnen Mitarbeiter unverzichtbarer Bestandteil eines Konsenses. Das heißt: der Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und die Zusicherung einer Beschäftigungsperspektive im jeweiligen Energieunternehmen. Etwa in hocheffizienten Gaskraftwerken, am besten mit Kraft-Wärme-Kopplung, weil dies die eigentliche Brückentechnologie zu den erneuerbaren Energien ist.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Montag 11. April 2011

NGG: Nur Mindestlöhne und Equal Pay helfen gegen Lohndumping - „Christliche Regierung versündigt sich“

Die NGG meldet:

„Angesichts der ab 1. Mai geltenden Bestimmungen zur ‚Arbeitnehmerfreizügigkeit‘ für acht neue osteuropäische EU-Länder forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, am 9. April 2011 die Bundesregierung auf einer Konferenz seiner Organisation im oberfränkischen Himmelkron erneut auf, dem Missbrauch von osteuropäischen Billigstlohn-Arbeitskräften ‚energisch einen Riegel vorzuschieben‘.

‚Auch wenn es Frau Merkel nicht hören will: Gegen Lohndumping helfen nur verbindliche, flächendeckende Mindestlöhne für alle Branchen und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit (Equal Pay)‘, so der NGG-Vorsitzende. In drei Wochen können auch Arbeitnehmer aus Polen, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, der Slowakei, Slowenien und Ungarn ohne Arbeitserlaubnis eine Arbeit in Deutschland aufnehmen. Für sie gelten in Betrieben, in denen Tarifentgelte gezahlt werden, dieselben Bedingungen wie für deutsche Arbeitnehmer. Für Leiharbeiter gibt es ab 1. Mai inzwischen eine gesetzliche Lohnuntergrenze.

‚Alle anderen Arbeitssuchenden aus diesen Ländern‘, so Möllenberg, ‚können durchaus auch zu Niedrigstlöhnen beschäftigt werden. Das ist für die Kolleginnen und Kollegen aus den acht neuen EU-Staaten diskriminierend, für unsere Beschäftigten Arbeitsplatz gefährdend und zwingt Unternehmen, die mit tariflich geschützten Löhnen und Gehältern arbeiten, einen Konkurrenzkampf mit unverantwortlichen Billigheimern auf.‘

Möllenberg: ‚Die christliche Bundesregierung versündigt sich an Arbeitnehmern und Arbeitgebern, wenn sie nicht endlich in die Gänge kommt. Es ist höchste Eisenbahn!‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Montag 4. April 2011

Arbeitnehmerfreizügigkeit für neue EU-Staaten: „Mindestlöhne gegen Lohndumping“

Die NGG meldet:

„‘Wer es ernst meint mit dem sozialen Frieden, sozialer Marktwirtschaft und anständigen Einkommen, sollte beim Thema Lohndumping und Mindestlöhne endlich die neoliberalen Regierungsscheuklappen ablegen‘, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, am 3. April 2011 in Hamburg. Er erinnerte daran, dass nicht einmal vier Wochen bleiben, um einen Schutz vor zusätzlichem Lohndumping durch osteuropäische Billiganbieter aufzubauen.

Ab 1. Mai gelten die Bestimmungen der ‚Arbeitnehmerfreizügigkeit‘, die Bürgerinnen und Bürgern aus EU-Mitgliedstaaten gestatten, ohne Arbeitserlaubnis in einem anderen EU-Land zu arbeiten, auch für die neuen EU-Länder Polen, Estland, Lettland, Litauen, Tschechien, Slowakei, Slowenien und Ungarn. Entsprechende Übergangsfristen für Rumänien und Bulgarien laufen zum Jahresende aus.

Um Lohndumping und einem damit verbundenen Arbeitsplatzverlust entgegenzutreten, fordert die NGG von der Bundesregierung eindeutige Regeln, zu denen zuallererst die Forderung nach ‚Gleichem Lohn für gleiche Arbeit‘ gehört.

Als Lohnuntergrenze muss ein flächendeckender Mindestlohn eingeführt werden, gleichzeitig fordert die Gewerkschaft die Aufnahme aller Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz, damit Mindestlohntarifverträge für allgemeinverbindlich erklärt werden können.

Die Frage der Selbständigkeit müsse zudem nach den bundesdeutschen Regeln festgeschrieben werden, um der Lohndrückerei durch scheinselbständige Minimalverdiener ein Ende zu bereiten.

Möllenberg: ‚Es bleibt nicht mehr viel Zeit. Frau Merkel und ihre Regierungsmannschaft sollten endlich damit anfangen, vernünftige Schutzmechanismen zu gestalten.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Freitag 1. April 2011

Mindestlohn: Zoll prüft verstärkt Pflegedienste in NRW LfK NRW: Lohnuntergrenze gilt seit dem 1. August 2010

Das ist doch mal eine gute Nachricht.

http://www.pflegen-online.de meldet:

„Köln – In Nordrhein-Westfalen werden die ambulanten Pflegedienste jetzt verstärkt durch den Zoll überprüft. Im Mittelpunkt der Kontrollbesuche steht die Einhaltung der Pflegemindestlohn-Regelung, so Christoph Treiß, Geschäftsführer des größten Pflegedienstverbands in Nordrhein-Westfalen LfK. Die Lohnuntergrenze gilt seit dem 1. August 2010 für alle Arbeitnehmer, die überwiegend Grundpflegeleistungen nach SGB XI erbringen. Der Pflegemindestlohn ist im Arbeitnehmer-Entsendegesetz geregelt.“

Das ist prima: ver.di hat den Mindestlohn vereinbart, die ver.di Mitglieder in der Pflege bekommen einen ordentlichen Lohn. Und die ver.di-Mitglieder beim Zoll kontrollieren die Pflegedienste.

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Freitag 25. März 2011

Neues Arbeitnehmerüberlassungsgesetz nur erster kleiner Schritt im Kampf gegen Missbrauch der Leiharbeit

ver.di meldet:

„Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hält die am 24. März im Bundestag zur Abstimmung stehende Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes für unzureichend. ‚Der Mindestlohn für die Leih- und Zeitarbeit ist überfällig‘, betonte der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske. Dies sei gerade mit Blick auf die bevorstehende volle europäische Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 die einzige Möglichkeit, systematischer Lohndrückerei einen Riegel vorzuschieben. Auch sei es richtig, einen weiteren ‚Fall Schlecker‘ – also den Austausch von Stammbelegschaften durch Leiharbeiter zu Dumpinglöhnen innerhalb eines Unternehmens – mit der Gesetzesänderung zu verbieten.

Diese Änderung wäre ohne die Gegenwehr der Verkäuferinnen bei Schlecker und von ver.di kaum möglich gewesen.

Die Gesetzesänderung sei nur ein allererster kleiner Schritt. ‚Um den Missbrauch der Leiharbeit und die Ausweitung des Niedriglohnsektors wirksam einzudämmen, sind weitere Gesetzesänderungen dringend nötig‘, forderte Bsirske. ‚Wer das Prinzip ‚gleicher Lohn für gleiche Arbeit von Anfang an‘ nicht durchsetzt, zementiert die Ungleichbehandlung von Beschäftigten in der Leiharbeit‘, sagte Bsirske. Immerhin hatten namhafte Juristen wie zuletzt der Vorsitzende Richter am Bundesarbeitsgericht, Professor Franz Josef Düwell, anlässlich einer Anhörung Anfang dieser Woche hervorgehoben, dass die EU-Richtlinie Leiharbeit eine Gleichbehandlung der Leiharbeitsbeschäftigten nach spätestens drei Monaten vorsieht.

ver.di kritisiert zudem, dass die Neufassung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes keine Regelung enthält, um den Einsatz von Leiharbeitern als Streikbrecher zu verbieten. ‚Durch den Einsatz der Leiharbeiter darf das grundgesetzlich geschützte Streikrecht als Mittel des Arbeitskampfes für Stammbelegschaften nicht unterlaufen werden. Und genauso wenig dürfen Leiharbeiter dazu gezwungen werden, gegen die Interessen ihrer Kolleginnen und Kollegen eingesetzt zu werden‘, verlangte Bsirske. Notwendig sei außerdem eine Begrenzung der Höchstüberlassungsdauer von Leiharbeitern sowie ein Verbot der Synchronisation von Arbeitsverhältnis und Einsatzdauer der Leiharbeitsbeschäftigten. ‚Wer den Missbrauch von Leiharbeit wirklich bekämpfen will, kommt an einer umfassenden Gesetzesänderung nicht vorbei‘, unterstrich der ver.di-Vorsitzende.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...