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Mindestlohn-Tour 2007
ARM TROTZ ARBEIT
Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

  • 6,00 Euro
  • 7,50 Euro
  • 9,00 Euro
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Befürworter

 
Donnerstag 24. Februar 2011

„Dumpingarbeitsplätze sind verantwortungslos“ NGG ruft zum Widerstand gegen Lohndumping-Wildwuchs auf

Die NGG meldet:

Am 24. Februar, dem Aktionstag der DGB-Gewerkschaften gegen den zunehmenden Missbrauch von Leiharbeit und für sichere und faire Arbeit, macht auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in unzähligen Betrieben bundesweit mobil.

Der Hintergrund: Die von der Regierung gepriesene Verbesserung der Arbeitsmarktlage ist eine bittere Mogelpackung. Über sieben Mio. Menschen müssen sich heute mit schlecht bezahlten, befristeten oder unsicheren Jobs zufriedengeben. Der Steuerzahler muss jedes Jahr rund 11 Mrd. Euro für ‚Aufstocker‘ ausgeben, die trotz Vollzeitbeschäftigung von ihrem Verdienst nicht leben können. Fast zehn Prozent der Beschäftigten arbeitet inzwischen nur noch befristet, jede zweite Neueinstellung erfolgt ‚auf Zeit‘. Vor allem auf junge Menschen wartet nach Ausbildung oder Studium meist ein Job-Roulette, das jegliche Familien- und Lebensplanung unmöglich macht.

Obwohl auch die Zahl der weit unter Tarif entlohnten Leiharbeiter rasant steigt, weigert sich die Regierung noch immer, einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einzuführen und das soziale Grundprinzip ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit‘ („equal pay“) gesetzlich durchzusetzen. ‚Die Spaltung der Belegschaften in Stammbelegschaften und Billiglöhner, die unter dem Damoklesschwert des Arbeitgebermottos ‚heuern und feuern’ oft auf gewerkschaftlichen und tariflichen Schutz verzichten, ist zutiefst unsozial, missachtet die Menschenwürde der Betroffenen, garantiert Perspektivlosigkeit und Altersarmut und schadet letztendlich auch der Binnenkonjunktur und den Sozialversicherungen‘, so der NGG-Vorsitzende Franz-Josef Möllenberg. ‚Wenn die Bundeskanzlerin ihrem Anspruch, eine christliche und soziale Politik zu gestalten, ernsthaft gerecht werden will, muss sie endlich handeln und die Ausweitung des Niedriglohnsektors und den Missbrauch von Leiharbeit unterbinden.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Dienstag 22. Februar 2011

Regierung besteht auf Arbeitnehmern 2. Klasse Leiharbeit: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit abgelehnt

Die NGG meldet:

„Die Bundesregierung hat die große Chance, auch im Bereich Leiharbeit endlich für gleichen Lohn für gleiche Arbeit (‚equal pay‘) zu sorgen, vertan. ‚Das‘, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten, Franz-Josef Möllenberg am 21. Februar in Hamburg, ‚ist eine schamlose Fortsetzung des bisherigen Leiharbeitskandals und diskriminiert über eine Million Beschäftigte der boomenden Zeitarbeitsbranche als Arbeitnehmer zweiter Klasse.‘

Ab 1. Mai soll im Arbeitnehmer-Überlassungsgesetz eine Lohnuntergrenze auf der Grundlage der tariflich vereinbarten Mindestlöhne festgeschrieben werden. Dieses geringe Entgelt soll auch dann gelten, wenn in dem ausleihenden Betrieb noch niedrigere Löhne gezahlt werden. Damit, so Möllenberg, werde die weitverbreitete betriebliche Praxis, mit Dumpinglöhnen die Zahl der festangestellten und regulär sozialversicherungspflichtigen Mitarbeitern einzuschränken oder gar zu reduzieren, weiter zementiert. Bereits heute gebe es Unternehmen, bei denen über die Hälfte der Belegschaft Zeitarbeiter sind.

Die Gewerkschaft NGG besteht wie alle DGB-Gewerkschaften auf einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro und equal pay und ruft zum bundesweiten Aktionstag am 24.Februar auf. Möllenberg: ‚Zur Menschenwürde gehört auch, dass die Beschäftigten in diesem Land von ihrer Arbeit auch leben können, ohne um staatliche Zuschüsse aus den von ihnen mitfinanzierten Steuermitteln betteln zu müssen!‘

Laut einer Untersuchung des DGB verdient bundesweit jeder zehnte der vollzeitbeschäftigten Leiharbeitskräfte weniger als 1.000 Euro brutto, in Ostdeutschland sogar jeder fünfte. 92.000 Leiharbeitskräfte in Deutschland müssen ihren Lohn aufstocken, damit sie über die Runden kommen. Ihr Armutsrisiko ist demnach vier bis fünf Mal größer als in der Gesamtwirtschaft.

Im Durchschnitt verdienen Leiharbeitskräfte im Westen Deutschlands 1.456 Euro brutto im Monat und im Osten Deutschlands nur 1.224 Euro. Lediglich eine kleine Minderheit der Leiharbeitskräfte kommt auf einen Verdienst von über 2.000 Euro brutto pro Monat, während dies in der Wirtschaft für 70 Prozent der Vollzeitbeschäftigten gilt.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Montag 21. Februar 2011

Hartz IV / Equal Pay / Mindestlöhne: Politik verspielt große Chance

Die IG BCE meldet:

„Hannover. Zu dem zwischen Union, FDP und SPD ausgehandelten Kompromiss zu Hartz IV, Equal Pay und Mindestlöhnen erklärt der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis am 21. Februar::

‚Das Ergebnis der nächtlichen Gespräche ist in Sachen ‚Equal Pay’ mehr als enttäuschend. Die Politik hat eine große Chance verspielt.

Wir begrüßen, dass jetzt für weitere Bereiche Lohnuntergrenzen gezogen werden sollen. Das ist durchaus ein Fortschritt, der Durchbruch wurde jedoch nicht geschafft. Insbesondere die Beschäftigten in Branchen mit einem guten Entgeltniveau haben das Nachsehen.

Leiharbeit sollte ursprünglich lediglich zur Brechung von Auftragsspitzen oder bei unvorhersehbaren Personallausfällen eingesetzt werden. Davon kann längst nicht mehr die Rede sein, Leiharbeit verkommt immer mehr zu einem Instrument der Lohndrückerei.

Der Arbeitsmarkt ist in Unordnung geraten, der Grundsatz ‚Gleicher Lohn für gleiche Arbeit’ wird ausgehebelt und so ein Grundprinzip der sozialen Marktwirtschaft verletzt.

Die IG BCE wird die Leiharbeit weiter thematisieren. Am 24. Februar findet ein gemeinsamer gewerkschaftlicher Aktionstag zur Leiharbeit statt. Die IG BCE streitet für gute Arbeit. Gute Arbeit ist sichere Arbeit zu fairer Entlohnung.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Donnerstag 10. Februar 2011

Franz-Josef Möllenberg: CDU-CSU-FDP weigern sich, etwas gegen Lohndumping zu tun

Die NGG meldet:

„Der Vorsitzende der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), Franz-Josef Möllenberg, zeigte sich enttäuscht, dass der Vermittlungsausschuss keine Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern und Stammbelegschaften beschlossen hat.

‚Die Koalition ist vor den Arbeitgebern eingeknickt. Sie weigert sich, etwas gegen das systematische Lohndumping in Deutschland zu tun.‘ Die Koalition mache sich zum Handlanger von Arbeitgebern, die durch die Schlechterstellung von Leiharbeitern Arbeitnehmer zweiter Klasse etablieren wollen. Dabei ignoriere sie, dass der Handlungsdruck enorm sei.

Möllenberg: ‚Mit der vollen Arbeitnehmerfreizügigkeit ab dem 1. Mai 2011 droht noch mehr Lohndumping. Davor können die Leiharbeitnehmer nur mit ,gleichem Lohn für gleiche Arbeit‘ ab dem ersten Tag der Beschäftigung geschützt werden.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 

Dienstag 21. Dezember 2010

ver.di schaltet Leiharbeit-Hotline

ver.di meldet:

ver.di hat eine Hotline geschaltet, um die bis zu 280.000 Leiharbeitskräfte dabei zu unterstützen, Nachforderungen bezüglich ihrer Vergütungen der vergangenen Jahre geltend zu machen. Dies ist möglich in Folge des Bundesarbeitsgerichtsurteils, in dem der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagenturen (CGZP) die Tariffähigkeit abgesprochen wurde.

Unter der Telefonnummer 0180-2220066 (aus dem deutschen Festnetz 6 Cent pro Anruf; aus dem Mobilfunknetz maximal 42 Cent pro Minute) können Betroffene sich von ver.di-Experten unverbindlich über die dafür erforderlichen Schritte beraten lassen. Für Mitglieder übernimmt ver.di Rechtschutz. ‚Um alle Ansprüche geltend zu machen, sollten die Kolleginnen und Kollegen noch in diesem Jahr tätig werden. Wir wollen ihnen dabei kompetent zur Seite stehen‘, hieß es dazu bei ver.di.“

Erreichbarkeit der Hotline:

Montag - Freitag 7-20 Uhr

Samstag 9-16 Uhr

24.12. & 31.12. 7-12 Uhr

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Freitag 10. Dezember 2010

NGG begrüßt Urteil im Schlachthof-Prozess

Die NGG meldet:

„Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßt die Verurteilung des Dormagener Subunternehmers Axel H. zu fünfeinhalb Jahren Haft. Claus-Harald Güster, stellvertretender NGG-Vorsitzender sagte am 10. Dezember: ‚Wir sind hoch erfreut über dieses Urteil. Es ist ein Signal an die Arbeitgeber der Fleischwirtschaft, endlich Tarifverträge mit uns abzuschließen und auch ein Signal an die Bundesregierung, einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro pro Stunde als untere Haltelinie in Deutschland einzuführen: und zwar zügig und für alle Branchen!‘

Das Düsseldorfer Landgericht hatte den Subunternehmer der deutschen Schlachtindustrie, der ein Geflecht von 50 Unternehmen und bis zu 1.000 meist rumänischen Werkvertragsarbeitnehmern betrieben hatte, gestern wegen 107-facher Steuerhinterziehung schuldig gesprochen. Zudem habe er in 29 Fällen Arbeitslohn vorenthalten. Fiskus und Sozialversicherungen seien so um rund 14 Millionen Euro geprellt worden.

Güster: ‚Dieser Fall entlarvt ein System von Raubtierkapitalismus und Menschenverachtung, das mit Werkverträgen, Leiharbeit und Niedrigstlöhnen für meist osteuropäische Arbeitnehmer billiges Fleisch nicht nur auf den deutschen Markt wirft und verramscht, sondern auch Arbeitsplätze in anderen europäischen Ländern vernichtet. In Frankreich, Belgien und Dänemark schrillen die Alarmglocken bei Arbeitgebern und Gewerkschaften, weil Unternehmen ruiniert werden und anständig bezahlte Fachkräfte ihre Arbeit verlieren. Die französische Fleischindustrie hat sogar eine Vereinigung gegen Sozialdumping gegründet und die Europäische Kommission aufgefordert, Deutschland zu zwingen, einen Mindestlohn einzuführen.‘

Im vergangenen Jahr seien in Dänemark mehr als 3.000 Schlachthofbeschäftigte, denen tariflich gesicherte Stundenlöhne von rund 20 Euro gezahlt worden seien, in die Arbeitslosigkeit geschickt worden. Im Gegenzug habe Danish Crown, eines der europaweit größten Unternehmen der Fleischbranche, vor wenigen Wochen einen Schlachthof im oldenburgischen Essen mit 1.200 Beschäftigten übernommen. Allerdings kämen davon 1.000 Schlachter über Werkverträge mit Stundenlöhnen häufig zwischen vier und zehn Euro aus Osteuropa, so der NGG-Vize.

‚Möglich ist dieser Billiglohn-Tourismus, weil es in der deutschen Fleischwirtschaft weder Flächentarifverträge noch einen Arbeitgeberverband gibt, der sozialpolitische Verantwortung übernimmt. Wir fordern die Arbeitgeber seit Jahren auf, die Arbeitsbedingungen tariflich zu regeln und das System von Leiharbeit und Werkverträgen zu beenden. Leider vergeblich. Nun ist die Bundesregierung vor allem auch vor dem Hintergrund der Arbeitnehmerfreizügigkeit ab Mai 2011 gefordert: Ohne Tarifverträge kann nur ein gesetzlicher Mindestlohn dem Lohn- und Sozialdumping eine untere Grenze setzen.‘“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Donnerstag 2. Dezember 2010

ver.di: Bundesregierung muss Mindestlohn in der Weiterbildung für allgemeinverbindlich erklären

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert die Bundesregierung auf, den Mindestlohn in der Weiterbildung für allgemeinverbindlich zu erklären.

„Vor dem Hintergrund der am 3. Dezember stattfindenden Plenardebatte des Bundestages über den Mindestlohn in der Weiterbildung weist ver.di-Bundesvorstandsmitglied Petra Gerstenkorn die Bundestagsabgeordneten auf das weitere Abgleiten der Branche in den Niedriglohnsektor und den damit einhergehenden Qualitätsverlust bei der öffentlich geförderten beruflichen Weiterbildung hin.

‚Die Abwärtsentwicklung der Gehälter für akademisch qualifiziertes Personal gefährdet die Qualität der berufspädagogischen Arbeit‘, kritisiert Gerstenkorn. ‚Diese qualifizierte Tätigkeit setzt entsprechende Rahmenbedingungen voraus, die der öffentliche Auftraggeber den Beschäftigten sichern muss. Die Arbeitsbedingungen und Entlohnung sind in keiner Weise angemessen.‘ Leidtragende seien neben den Beschäftigten insbesondere benachteiligte Jugendliche und Langzeitarbeitslose, die dringend auf qualifizierte Aus- und Weiterbildung angewiesen sind, um überhaupt eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu erhalten.

Gerstenkorn betonte, dass es im öffentlichen Interesse sein müsse, eine hohe Qualität der beruflichen Bildung zu gewährleisten - nicht zuletzt, um volkswirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Der mit der Vergabepraxis ausgelöste Preisverfall für Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen dürfe nicht länger auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Befürworter
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...