
Bernd Steinmann schrieb am Mittwoch 1. September 2010 zum Thema Befürworter:
Die NGG meldet:
'Die von Familienministerin Kristina Schröder angekündigten Konsequenzen aus der gestern vorgestellten Studie zur Familienpolitik greifen zu kurz', hat Franz-Josef Möllenberg, Vorsitzender der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), am 1. September 2010 kritisiert.
Die Familienministerin blende völlig aus, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder selbst der Kinderwunsch auch daran scheitere, dass Löhne so niedrig seien, dass davon keine Familie ernährt werden könne. Seit Jahren stagniere die Teilzeitarbeit nicht nur deshalb, weil darauf kein Rechtsanspruch bestehe, sondern weil Beschäftigte – beispielsweise im Hotel- und Gaststättengewerbe – sich Teilzeitarbeit einfach nicht leisten könnten.
'Wenn die Familienministerin mehr ‚vollzeitnahe’ Teilzeitstellen für Mütter und Väter schaffen und eine Initiative ‚Flexiblere Arbeitszeiten’ starten will, dann soll sie auch den nächsten Schritt gehen und sich für einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einsetzen', hat der NGG-Vorsitzende gefordert. 'Gute Familienpolitik, die Ausbreitung von Niedriglöhnen und die Verfestigung des Niedriglohnsektors passen nicht zusammen. Freundliche Appelle an die Arbeitgeber, Arbeitszeiten zu flexibilisieren reichen nicht aus. Wer arbeitet, muss auch davon leben können.'“
URL des Textes: http://blog.mindestlohn.de/7/viewentry/3034
Kommentare
O. Aschenbrenner am 20. September 2010
Ich hab so das Gefühl, die gegenwärtige Regierung zielt auf Zustände ab, wie sie um 1900 hier in Deutschland waren.
Da war das Deutsche Reich auch ein Billiglohn-Land (sehr zum Ärger der Briten) und die Lebenserwartung war Rente+2.
Ich denke, da bewegen wir uns auch wieder hin. Immer weniger Leute können sich die medizinische versorgung leisten, die vor 20 Jahren noch selbstverständlich war.
Außerdem ist die Lohnpolitik der Regierung sowieso schizophren. Auf der einen Seite wird darüber geklagt, es gäbe nicht genug Kinder in Deutschland, auf der anderen Seite ist es der Masse der Bevölkerung nahezu unmöglich, mehr als ein Kind zu haben und nicht unter die Armutsgrenze zu rutschen.
Meine Frau und ich überlegen und schon, ob wir nicht nach Skandinavien oder Kanada übersiedeln.