Sonntag 27. August 2006
„Leistung muss sich lohnen“ und „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ – beide Sprüche fasst wesentlich wohlklingender der Begriff „Lohnabstand“ zu einem Ganzen zusammen. Für manche – so der Eindruck – ist der Abstand zwischen potentiellem Nettoarbeitseinkommen und dem Anspruch auf ALG-II das Wichtigste überhaupt.
Nun gibt es einen weiteren Vorschlag dazu, wie der Druck auf ALG-II-Bezieher erhöht werden kann:
Nach Meinung von CSU-Generalsekretär Markus Söder muss der Druck auf Hartz-IV-Empfänger erhöht werden, um diese zur Aufnahme einer Beschäftigung zu bewegen.
So will er den Beziehern des Arbeitslosengeldes II den Urlaubsanspruch streichen.
Jetzt erscheint Urlaubsverweigerer Söder und der erklärte Gegner eines Mindestlohns im Satire-Magazin „Helgoländer Vorbote“. Unter der Überschrift „Neuer Tarifvertrag für Arbeitslose“ schreibt der „Helgoländer Vorbote“:
Arbeitslose arbeiten nicht. Urlauber arbeiten auch nicht. Wenn Arbeitslose Urlaub haben, arbeiten sie noch viel weniger, als es ein urlaubender Arbeiter überhaupt je könnte. Eine bodenlose Ungerechtigkeit, findet CSU-Generalsekretär Markus Söder.
Der „Vorbote“ wäre keine Satire, würde er nicht die Söder´schen Vorschläge fortentwickeln – etwa indem er die neuesten Vorschläge von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück mit denen des Markus Söder verzahnt.