Fürstliche Geburtstagsparty, aber Hungerlöhne für die Leiharbeiter
Seinen 60. Geburtstag feierte Michael Fuchs Anfang Februar 2009 pompös im kurfürstlichen Schloss in Koblenz: Und viele Promis aus Wirtschaft und Politik sind gekommen. Doch 700.000 Leiharbeiter und ihre Familien will der Unternehmer und CDU-Bundestagsabgeordnete mit Hungerlöhnen abspeisen: 6.50 Euro im Westen und 6,00 Euro im Osten. Bei der Party im Schloss lobte ihn Michael Glos dafür überschwänglich. Der damals noch amtierende Bundeswirtschaftsminister bedankte sich ausdrücklich für das Engagement des Jubilars gegen Mindestlöhne.
Der langjährige Wirtschaftslobbyist Michael Fuchs gehört im Parteivorstand der CDU zum wirtschaftsradikalen Flügel. Trotz einer Grundsatzeinigung der Koalitionsspitzen Mitte Januar verhindern Fuchs und seine Mitstreiter in der Union seit Wochen die Einführung eines Mindestlohns für die Leiharbeit. Der Vorsitzende des Mittelstandskreises der CDU kündigte weiterhin „massiven Widerstand“ an. Das ist keine leere Drohung, denn die Mittelständler sind zahlenmäßig die einflussreichste Gruppe in der CDU/CSU-Fraktion. Ihr gehören 132 der 226 Abgeordneten an – darunter Friedrich Merz und Laurenz Meyer.
Der Koblenzer Unternehmer Michael Fuchs hatte Ende Januar bereits gegen die Aufnahme von sechs weiteren Branchen in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz und damit gegen den Gesetzentwurf seiner eigenen Regierung gestimmt. Das Gesetz ermöglicht die Einführung von allgemein verbindlichen Mindestlöhnen für Branchen wie die Abfallwirtschaft, Pflege und Weiterbildung.
Jetzt möchte „unser Fuchs für Deutschland“ (Fuchs über Fuchs) mit einem Trick die Löhne für Leiharbeit noch weiter unter Druck setzen. Er will sie auf den schlechtesten Flächentarifvertrag senken, den es in der Branche gibt. Und dies obwohl dieser Vertrag nur für 4.000 von 700.000 Beschäftigten gilt. Er sieht derzeit Stundenlöhne von 6.50 Euro im Westen und 6,00 Euro im Osten vor. Dieser Tarifvertrag soll künftig die Lohnuntergrenze für die Branche im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) bilden.
Abgeschlossen haben den Lohnraub-Vertrag Unternehmer-, Verbands- und Parteifreunde vom bekennenden Katholiken Michael Fuchs: Auf der einen Seite seine CDU-Kumpanen von der Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalservice-Agenturen (CGZP) und auf der anderen die Freunde der Bundesvereinigung Deutscher Dienstleistungsunternehmen (BVD). Die BVD gehört zum Bundesverband Groß- und Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), den Michael Fuchs Jahre viele Jahre als Präsident geleitet hat. Inzwischen ist er BGA-Ehrenpräsident.







