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Mindestlohn-Tour 2007
ARM TROTZ ARBEIT
Die Sendung zur Arbeit
Abstimmung

Welche Höhe soll ein gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland haben?

  • 6,00 Euro
  • 7,50 Euro
  • 9,00 Euro
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Wissenschaft

 


Donnerstag 24. Juli 2008

Topfschlagen - Neue Studie: Die üblichen Mindestlohn-Gutachten taugen nichts!

Die ver.di Wirtschafts-Experten haben sich die Studie des Ökonom Fitzenberger angeschaft. Sie schreiben:

„Der Freiburger Ökonom Fitzenberger, alles andere als ein Anhänger des Mindestlohns, hat die einzelnen Mindestlohn-Studien auf ihre innere Logik und die Gültigkeit der gemachten Annahmen untersucht. Dass es hierzu bislang keine breitere Diskussion gegeben hat, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutsche Ökonomenzunft. Überfällig war sie, wie die Ergebnisse von Professor Fitzenberger zeigen. Sie stellen eine schallende Ohrfeige für die Autoren der bisher sich auf dem Markt befindlichen Mindestlohn-Studien dar. Annahmen willkürlich, Ergebnisse weitgehend unhaltbar! Professor Fitzenberger stellt den Mindestlohn-Gutachten, die sich in der Höhe angeblicher Beschäftigungsverluste gegenseitig übertrumpften, ein verheerendes Zeugnis aus: Qualitätsurteil mangelhaft!“

Karikatur: Reinhard Alf

 
Dokumente:

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Montag 9. Juni 2008

Studie: Nur jedem Achten gelingt Sprung über Niedriglohnschwelle

dpa berichtet über eine Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB):

„Nürnberg (dpa) - Beschäftigte mit geringem Einkommen haben nach Beobachtungen von Arbeitsmarktforschern nur geringe Chancen auf einen Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsgruppen. Nur jeder achte Geringverdiener schafft den Sprung über die sogenannte Niedriglohnschwelle von 1779 Euro im Westen und 1323 Euro im Osten, geht aus einer am Montag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Die von Wissenschaftlern der Universität Erlangen-Nürnberg unterstützten Forscher hatten dabei die Erwerbsbiografien von Männern und Frauen begleitet, die 1998 und 1999 zur Gruppe der Geringverdiener gezählt hatten. Rund ein Drittel von ihnen hatte auch nach rund sechs Jahren Lohn oder Gehalt nicht über die sogenannte Niedriglohnschwelle steigern können, heisst es in der Studie.

13,3 Prozent bekamen nach sechs Jahren einen höheren Lohn, 13,5 waren teilzeitbeschäftigt und 10,1 Prozent arbeitslos. Von knapp einem Drittel lagen keine Informationen vor. Sie waren entweder ganz aus dem Erwerbsleben ausgeschieden oder hatten sich selbstständig gemacht, vermuten die Arbeitsmarktforscher. In den vergangenen Jahren ist nach ihren Erkenntnissen der Niedriglohnsektor kontinuierlich gewachsen. Mittlerweile gehöre jeder sechste Vollzeitbeschäftigte zu den Geringverdienern.

Frauen sind nach Erkenntnissen der Wissenschaftler überproportional von niedrigen Löhnen betroffen. Obwohl sie nur 35 Prozent der Vollzeitbeschäftigten stellten, seien fast 60 Prozent von ihnen Geringverdiener. Frauen hätten zudem besonders geringe Chancen, in höhere Gehaltsstufen aufzusteigen. Hatte dies innerhalb des sechsjährigen Untersuchungszeitraum jeder fünfte Mann geschafft, sei dies nur jeder zehnten Frau gelungen.

Abhängig ist nach Beobachtungen der Forscher der Aufstieg in höhere Lohn- und Gehaltsklassen auch von der Betriebsgröße. In Großbetrieben mit mehr als 500 Mitarbeitern sei die Chance doppelt so groß wie in Kleinbetrieben mit maximal 20 Beschäftigten. Auch Betriebswechsel verbesserten die Chance, das Schicksal des Geringverdieners abzuschütteln. Von den Betriebswechslern sei dies fast jedem zweiten gelungen. Dies sei allerdings wenig überraschend, da der höhere Lohn oft der Grund für eine berufliche Veränderung sei.“

Zur Studie

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Montag 21. April 2008

Studie: Jeder vierte Betrieb mit Leiharbeitern ersetzt reguläre Jobs

dpa meldet:

„Düsseldorf (dpa) - Jeder vierte Betrieb, der Leiharbeiter beschäftigt, ersetzt damit einer Umfrage zufolge Stammpersonal. Das ist das Ergebnis einer Arbeitsmarktstudie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Befragt wurden mehr als 2000 Betriebsräte in Firmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Insgesamt beschäftigten demnach rund 37 Prozent der Unternehmen zwischen 2005 und Herbst 2007 Leiharbeiter, berichtete die Stiftung am Montag in Düsseldorf. Rund 26 Prozent der Betriebsräte in Firmen mit Zeitarbeitern gaben an, in ihrem Betrieb seien hierdurch Stammarbeitsplätze ersetzt worden. Zugleich steigerte mehr als die Hälfte der Betriebe die Zahl der Leiharbeiter.

Nach Ansicht des WSI-Leiters Hartmut Seifert werden Leiharbeiter zwar immer noch für Engpässe bei Auftragsspitzen eingesetzt. Manche Unternehmen benutzten Leiharbeiter aber auch schon als ‚flexible Quasi-Stammbelegschaft‘.

Ganz ersetzen könnten die Leiharbeiter reguläre Angestellte nicht. ‚Irgendwo gibt es eine Grenze beim Einsatz, bei sehr komplexen Jobs, etwa in der Forschung‘, sagte der Arbeitsmarkt-Experte. Der starke Einsatz von Leiharbeitern sei problematisch. ‚Sie werden nicht in die Weiterbildung einbezogen, erhalten ein niedrigeres Gehalt und werden nur ganz selten von den Entleihunternehmen übernommen‘, sagte Seifert. Letztlich seien Leiharbeiter auch eine Belastung für die Steuerzahler, da vielen eine gute Altersvorsorge kaum möglich und sie im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen seien.“

Mehr unter www.boeckler.de

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Donnerstag 10. April 2008

Analyse von 43 Wirtschaftszweigen: Unterste Tarifvergütungen zwischen 3,06 und 12,62 €/Stunde

Reinhard Bispinck schreibt:

„Die Spannweite der untersten Tarifvergütungen in den verschiedenen Wirtschaftszweigen ist sehr groß. Sie variiert zwischen 3,06 Euro in der Stunde im sächsischen Friseurhandwerk bis zu 12,62 Euro in der baden-württembergischen Holz und Kunststoff verarbeitenden Industrie. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung, die 43 Wirtschaftszweige und Tarifbereiche mit rund 15,7 Millionen Beschäftigten umfasst.“

Weitere Einzelheiten im Netz

Download als PDF-Datei

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Donnerstag 6. März 2008

Gehaltsrückstand bei jungen Frauen kleiner als bei älteren

Reinhard Bispinck meldet: „Der durchschnittliche Bruttomonatsverdienst von Frauen liegt rund 23 Prozent unter dem der Männer. Jüngere Frauen weisen einen geringeren Einkommensabstand auf. Je älter die Beschäftigten, umso größer fällt der Einkommensrückstand der Frauen aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage der Internetseite www.frauenlohnspiegel.de, die vom WSI-Tarifarchiv in der Hans-Böckler-Stiftung betreut wird und einen Lohn- und Gehalts-Check zu über 180 Berufen bietet. Weitere Informationen im Netz unter: www.boeckler.de

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Donnerstag 7. Februar 2008

Beschäftigte unter 7,50 Euro: Memo zu unterschiedlichen Zahlen

Norbert Reuter schreibt:

„Ende Januar publizierte das DIW in seinem Wochenbericht 04/2008 neue Zahlen zu den Beschäftigten mit Bruttoeinkommen unter 7,50 Euro. Nach Angaben des DIW sind es ‚lediglich‘ 3,7 Millionen (Vollzeitbeschäftigte, Teilzeitbeschäftigte, geringfügig Beschäftigte, erwerbstätige RentnerInnen, registrierte Arbeitslose und Schüler und Studenten). Diese Zahl liegt deutlich unter den von uns bislang angegebenen Zahlen (Mindestlohnbroschüre: 6,9 Millionen Betroffene, die weniger als 9,80 Euro im Westen bzw. 7,20 im Osten erhalten; mit Blick auf die 7,50 Euro hatten wir die Zahlen vom IAQ – Weinkopf/Kalina – verwendet, wonach es 5,5 Millionen Beschäftigte mit Bruttolöhnen unter 7,50 Euro gibt).

Wie kommen diese erheblichen Differenzen zwischen 3,7 Millionen (DIW) und 5,5 Millionen (IAQ) zustande? Das Rätsel konnte nun gelöst werden: Das DIW hat zur Berechnung der Stundenlöhne offensichtlich lediglich einen 4-Wochen-Monat (also 28 Tage) zugrunde gelegt, obwohl die durchschnittliche Länge eines Monats bekanntlich 30,4 Tage beträgt. Je kürzer die Arbeitszeit pro Monat angenommen wird, desto höher ist natürlich der auf das Bruttoeinkommen bezogene Stundenlohn.

Entsprechend weniger Beschäftigte mit einem Stundenlohn von unter 7,50 Euro gibt es. Nach überschlägiger Rechnung des IAQ erklärt diese Fehlannahme des DIW weitgehend den Unterschied von 1,8 Millionen Beschäftigten in den jeweiligen Veröffentlichungen. Darüber hinaus ist die Behauptung des DIW schon abenteuerlich, wonach unter Berücksichtigung des ‚Haushaltskontextes‘ (also der Tatsache, dass Niedriglohnempfänger von anderen Haushaltsmitgliedern unterstützt werden) sich ‚die Zahl der gering entlohnten Arbeitnehmer‘ weiter ‚drastisch‘ reduziert (S. 35). Im Prinzip wird damit so argumentiert: Weil die Frau, die Eltern oder wer auch immer auch noch was verdient bzw. verdienen, ist ein Armutslohn gerechtfertigt und der Armutslohnempfänger nicht wirklich arm. Ergo gibt es noch weniger Arme durch Arbeit!

Fazit: Die ‚neuen‘ Zahlen des DIW sind schlicht falsch und die Argumentation, man bräuchte keine Mindestlöhne, insgesamt unhaltbar.“

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Donnerstag 14. Juni 2007

12 Fragen und Antworten zum Mindestlohn

Ausweitung des Entsendegesetzes? Verbot sittenwidriger Löhne? Mindestlohn branchenspezifisch oder allgemein? Und welche Rolle kann das „Mindestarbeitsbedingungsgesetz“ von 1952 heute spielen? Kurz vor der Sitzung des Koalitionsausschusses am 18. Juni wird die Debatte um Lohnuntergrenzen zunehmend komplexer. Dr. Reinhard Bispinck und Dr. Thorsten Schulten haben zwölf Fragen und Antworten zum Thema Mindestlohn zusammengestellt.

Zu den zwölf Fragen und Antworten

 

Autor: Bernd Steinmann · Rubrik: Wissenschaft
 
Kommentare
Alexander
09. September 12:40

Gesetzlicher Mindestlohn Ich bin für den Gesetzlichen Mindestlohn. Denn ich arbeite momentan fürweiter...

Felicitas
31. August 22:43

Die Zeiten ändern sich und die Meinungen offenbar auch! Erfreulich! Hoffentlich versandet das Thema weiter...

Martin Kolbe
18. August 21:34

ich bin Gehörlose und Behinderten (links Schulter problem seit 2011 unfall in Haus)ich habe Holzbearweiter...

jermaine
17. August 18:54

Sehr toole Aktion. Ich bin selbst seit geraumer Zeit Leiharbeitnehmer und merke langsam immer ...weiter...

Alexander
15. August 10:19

Ja bitte 8,50 € Brutto die std. und man müste nicht wie ich Momentan mit 5,74 € Brutto arbeiten. weiter...

Carola
10. August 12:43

Ich bin als Berufseinstiegsbegleiter tätig es wurde gesagt das ab 01.08.2011 der Mindestlohn 2075,weiter...

Kommentar zu:
Leo Mahr
03. August 21:33

Den Diskussionen über Mindestlöhne, Minijobs, Scheinselbständigkeit, Missbrauch der legalen Zeitarbeweiter...

Marco Schäfer
03. August 20:55

Hallo, ich bin eigentlich gerade auf der Suche wegen den Mindestlohn. Naja wie ich hier entnehmen ...weiter...

Kommentar zu:
Henrike D.
27. Juli 14:55

Eine ganz traurige Entwicklung. In den USA ist dieses Vorgehen ja leider auch normal. Ich kannte ...weiter...

Günther Schulz
20. Juli 12:51

Schade, das ich diesen Beitrag erst jetzt sehe. Ich war letztes Jahr auf Föhr und denke gerne daran weiter...