Spiegel Online schreibt: „Die deutsche Wirtschaft boomt - und trotzdem sind immer mehr Menschen auf einen Mini-Job angewiesen.“
Da stimmt doch was nicht. Oder? Besser hieße es: In Wirtschaftsboomzeiten wächst der Niedriglohnsektor. Genau.
Frage: Wer verdient dran?
Im Text unten klärt Spiegel Online dann auf. Es geht um Menschen, die zwei, drei Jobs haben. Schlecht bezahlte Jobs.
Da fällt mir die Stelle aus dem Dumpinglohnbuch ein. Dort schreibt Frank Bsirske: „Der damalige Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, erklärte in einem Interview mit der Magdeburger Volksstimme, dass künftig manche von uns einen Lohn bekommen werden, der in Deutschland zum Überleben nicht mehr reicht. Dann müssten zwei bis drei Familienmitglieder arbeiten, damit die Familie überleben kann. Ist das zu fassen? Da drängt sich natürlich die Frage auf, wer da das dritte Familienmitglied sein soll, das arbeiten gehen muss, damit die Familie überleben kann. Das Kind? Der Großvater? Die Großmutter?
Ich möchte den Worten des ehemaligen Chefvolkswirts der Deutschen Bank ein anderes Zitat entgegensetzen. Es lautet: ‚Unternehmen, deren Existenz lediglich davon abhängt, ihren Beschäftigten weniger als einen zum Leben ausreichenden Lohn zu zahlen, sollen in diesem Land kein Recht mehr haben, weiter ihre Geschäfte zu betreiben. Mit einem zum Leben ausreichenden Lohn meine ich mehr als das bloße Existenzminimum – ich meine Löhne, die ein anständiges Leben ermöglichen.‘
Dieses Zitat stammt von Franklin Delano Roosevelt, aus der Kongressrede, die dieser amerikanische Präsident zur Einführung des nationalen gesetzlichen Mindestlohns in den USA gehalten hat – in den1930er Jahren! Der Kontrast könnte nicht größer sein zu der Botschaft, die Ideologen des Neoliberalismus heute für die Menschen bereithalten.“
Und noch ein Lesetipp. Im freitag schreibt Torsten Hill über „Das Erbe von Hartz IV“.








